„Da ist noch Sand im Getriebe“

Der krasse Außenseiter empfängt den Aufstiegsfavoriten. So kann man das Duell umschreiben, dass sich am 1. Spieltag auf dem Harrington Field vor der Broughton Academy abspielte.

Harrington Harriers vs. Lincolnshire Saxons

0:35

1.002 Zuschauer*innen wollten sich das ungleiche Duell nicht entgehen lassen – ausverkauftes Haus für das erst im vorigen Winter neu gegründete Team der Harriers. Neben viele Anwärterkolleg*innen und Lehrpersonal der Academy fanden sich auch aus dem Dorf Harrington so einige Fans ein, die sich das Spektakel nicht entgehen lassen wollten. Aber auch einige Saxons-Fans hatten die Anreise am ungewohnten Montagabend auf sich genommen.

Die Kulisse stimmte also und der Favorit zeigte gleich nach Anpfiff, warum der Aufstieg in dieser Saison nur über die Saxons geht: Left Rusher Forbia Kennedy setzte sich auf der linken Seite gegen Keiran O’Malley durch und ließ Pauline of Rubin im Tor der Harriers keine Abwehrmöglichkeit für ihren präzisen Wurf. Saxons Kicker & Passer Henry Little jr. verdoppelte die Punkte postwendend mit seiner Aktion vom Kickpunkt, sodass die Saxons nach dem ersten Angriff mit 0:10 in Führung gingen.

Die Harriers versuchten es ihrerseits auch über links: Left Rusher Frances Nigellus tankte sich durch, blieb aber an Saxons-Tackle Meshach Ekuban hängen und ärgerte sich lautstark. In den folgenden Runden zeigten vor allem die beiden Defensereihen, was sie können und räumten jeden Rusher des Gegners ab. Es bleibt festzuhalten, dass die Defense der Harriers überraschend gut mit den starken Angreifern der Saxons zurecht kam. Vor allem Liam Spencer ackerte unermüdlich und übernahm das Kommando über seine beiden noch unerfahrenen Kollegen O’Malley und Keeper of Rubin. Spencer, der normalerweise als Lehrkraft an der Akademie tätig ist, hat schon in seiner Jugend erfolgreich Rugby gespielt, wurde dann aber nicht gedraftet und entschied sich stattdessen für eine Laufbahn als Wächter.

Erst in der 6. Runde fand ein Offensespieler den Weg an den gegnerischen Tackles vorbei: Harringtons Thane Mullen setzte sich auf der rechten Seite durch und versuchte es mit einem Kick, der allerdings knapp an der Stange vorbeiging.

Das ließen die Saxons nicht auf sich sitzen und traten zum Gegenangriff an: Right Rusher Dusten Hawthorne kam über rechts, gewann das Duell gegen Spencer und kickte den Ball über die Latte zum Punkterfolg. Henry Little jr. ließ sich nicht lange bitten und verdoppelte die erzielten Punkte, sodass es plötzlich 0:30 aus Sicht der Harriers stand.

Wer nun dachte, dass sich Harrington aufgab, sah sich jedoch getäuscht: Von Außen angepeitscht von Ex-Profi Joshua Evans, an Spieltagen Coach der Harriers, und seinem Assistent Coach Benedict Devereaux-Montmorency, der mit Klemmbrett unter dem Arm an der gegenüberliegenden Seitenlinie auf und abtigerte, setzten die Harriers zum Endspurt an, aber weder Nigellus, noch Mullen schafften es an Gary Newman und dem starken Ekuban vorbei. Saxons-Keeper Densill Layne, dem nicht wenige eine ganz große Karriere vorhersagen, hatte dagegen wenig zu tun an diesem Abend.

In die Angriffsbemühungen der Harriers hinein setzte Lincolnshire den letzten Stich den Abends: Erneut war es Kennedy, die sich durchsetzte und vor Keeper of Rubin auftauchte. Die Tochter des Harrierspräsidenten, dem Earl of Sutherland, riss zwar noch die Arme hoch, war aber machtlos gegen den präzisen Wurf ins rechte obere Eck des Tores. Da Saxons-KP Little jr. seinen Schuss im Anschluss in den Nachthimmel von Harrington verriss, blieb es bei den 5 Punkten, sodass der Endstand 0:35 lautete.

Saxons-Trainer Little war nach dem Spiel trotz des Sieges nicht zufrieden: „Man sieht deutlich, dass noch Sand im Getriebe ist. Das Zusammenspiel funktioniert noch nicht gut genug und gerade die Defense muss noch einen Schippen drauf legen. Ein Team wie die Harriers konnte viel zu viel Druck ausüben!“

Harriers-Coach Evans zeigte sich dagegen erfreut: „Am Ende haben wir zwar keine Punkte geholt, aber trotzdem etwas gewonnen. Wir haben uns gut präsentiert und auch die ein oder andere gute Aktion gehabt. Uns fehlt einfach die Erfahrung, aber die holen wir uns nun mit jedem Angriff, mit jeder Defense-Aktion und mit jedem Schuss, der auf unser Tor kommt!“

Fazit: Zwar waren die Harriers chancenlos gegen den Aufstiegskandidaten Lincolnshire Saxons, aber das Ergebnis fällt in der Summe zu hoch aus. Das Team könnte mit seinem an den Tag gelegten Kampfgeist und der Entschlossenheit noch für die ein oder andere Überraschung sorgen, vor allem wenn auch Center Rusher Kenan Trevelyan und Kicker & Passer Vincent Kanouté besser ins Spiel eingebunden werden.

Die Saxons dagegen werden diesen Sieg als Pflichtsieg verbuchen, zeigten jedoch auch, wo ihre Schwachstelle liegt: Bei schnellen Angriffen über die Außenbahnen ist das Team von Trainer Henry Little anfällig. Und auch Kicker & Passer und Trainersohn Henry Little jr. zeigte erneut, dass er sein Nervenflattern noch immer nicht dauerhaft in den Griff bekommen hat.

Die Harriers spielen am 2. Spieltag auswärts bei den Cheapside Sloggers im Highgate Park, während es die Lincolnshire Saxons zuhause mit den London Foreigners zu tun bekommen.

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