Favoriten straucheln nach Sommerpause

Es geht wieder los! Die Honour League startet aus ihrer langen Sommerpause und es geht sofort wieder in die Vollen! Tabellenführer Lincolnshire Saxons bekommt es mit dem Überraschungsteam der Stunde zu tun, den Harriers aus Harrington. Der Tabellenzweite London Foreigners muss unterdessen gegen das Schlusslicht aus Pittenweem ran. Wer darf am Ende jubeln?

Lincolnshire Saxons vs. Harrington Harriers

5-10

Mercias Neu-Trainer Reeva Owen adelte das erst vor der Saison gegründete Team der Harrington Harriers im „Rugby Radio“ von Madison Cross in der Sommerpause als Team der Stunde und traut den Spieler*innen in der Rückrunde noch so einiges zu. Nun folgte der Härtetest: Würden die Harriers ihre gute Form auch durch den Urlaub hinweg konservieren können? Schließlich ging es auswärts im alten Stadion „The Armoury“ gegen niemand Geringeren als den Tabellenführer der Lincolnshire Saxons zur Sache.

Aber die Harriers traten gewohnt frech auf, wieder angeführt von Frances Nigellus, die die Kapitänsbinde schon vor der Sommerpause vom immer noch angeschlagenen Kenan Trevelyan übernommen hatte. Stattdessen spielte wie schon zuvor neben Nigellus Livia May zusammen mit Thane Mullen in der Offense.

Nigellus versuchte im Zusammenspiel mit Kicker & Passer Vincent Kanouté einige Würfe über die linke Seite, aber Saxons-Keeper Densill Layne hielt seinen Kasten sauber. Auf der anderen Seite spielte sich vor allem Forbia Kennedy in den Mittelpunkt, die immer wieder an der glänzend aufgelegten Pauline of Rubin im Tor der Harriers scheiterte. Letztlich war es Nigellus, die als erstes den Abwehrriegel des Tabellenführers knacken konnte und mit einem strammen Wurf unten rechts ihr Team in Führung brachte. Allerdings konnte Kanouté seinen Kick5 nicht im Tor unterbringen, weshalb es bei knappen 5 Punkten blieb.

Die Defense der Harriers, Left Tackle Liam Spencer und Right Tackle Keiran O’Malley, hatte bis dahin die agilen Rusher der Saxons gut im Griff, sodass die Harriers ihren Vorsprung mit einem Wurf von Thane Mullen sogar noch ausbauen konnten. Nach einem weiteren vergeblichen Kick5 hielt sich K&P Kanouté immer wieder die Leiste, spielte aber bis zum Ende weiter. „Ich hatte immer wieder so ein Ziehen, werde nun wohl erst mal zum Heiler gehen und schauen, was dabei herauskommt. Ich hoffe, ich falle nicht aus“, erklärte Kanouté anschließend.

Gegen Ende der temporeichen Partie ließen die Kräfte bei den Harriers immer mehr nach, sodass Kennedy doch noch zu ihrem Wurftreffer kam. Auch bei den Saxons gelang es Kicker & Passer Henry Little jr. jedoch nicht, seinen Kick5 zu verwandeln, sodass erneut ein knapper 5-Punkte-Vorsprung für die Harriers auf der Anzeigentafel verblieb – bis in der letzten Angriffsrunde Dusten Hawthorne alleine vor Harriers-Keeper of Rubin auftauchte und mit einem Treffer zumindest das Unentschieden hätte herausholen können. Doch of Rubin blieb eiskalt und zuckte nicht mit der Wimper, bis Hawthorne den Ball warf. Dann machte sie sich lang – und fing den Ball kurz vor der Torlinie ab. Sieg für die Harriers, die erste Sensation der Rückrunde war damit eingetütet! Entsprechend wurde sie anschließend vom Team und den mitgereisten Fans gefeiert. Selbst Hawthorne war im Anschluss voll des Lobes: „Das muss du erst mal bringen, da so ruhig zu bleiben. Ich hatte ja auch ganz schön Tempo drauf… das war schon beeindruckend von ihr, Hut ab!“

 

Merseyside Athletic vs. Snowdonian Eagles

20-30

Bei Merseyside steht demnächst die 10-jährige Gedenkveranstaltung an das Massaker im Stadion an, weshalb es Vereinspräsidentin Kerron Roopchand-Clark schon wichtig ist, entsprechende sportliche Leistungen präsentieren zu können. Das beinhaltet momentan vor allem ein Klettern aus dem Tabellenkeller, in den das Team schon kurz nach Saisonstart gerutscht war: „Wir haben natürlich andere Ansprüche, gerade mit der Gedenkveranstaltung vor der Brust. Wir wollen das Andenken an die Verstorbenen in Ehren halten und uns und den Verein von unserer besten Seite zeigen. Wir haben schließlich eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der wir uns aber gerne stellen. Es feiert sich aber doch besser, wenn man nicht unten drin steht!“

Der Weg war also klar, allein das Team machte sich selbst mal wieder das Leben schwer. Während die Offense, dieses Mal in Person von Ninon Lekeaka und Kicker & Passer Logan Plymouth, für Punkte sorgte, stand sich die Defense einmal mehr gegenseitig im Weg und lud den Gegner förmlich zum Punkten ein. Dies nutzte Alparslan Chutani von den Snowdonian Eagles eiskalt einmal per Wurf und einmal per Kick aus und sorgte für einen deutlichen Vorsprung. „Das ist so sinnbildlich für die ganze Saison. Ich hab echt keine Lust mehr! Wir trainieren uns tot und im Spiel läuft es dann einfach wieder nicht. So ein Scheiß!“, fluchte Sarah Innes, Left Tackle von Merseyside. Zwar konnte Teamkollegin Lekeaka noch einen Kicktreffer landen, aber das reichte nur noch zur Ergebniskosmetik.

 

London Foreigners vs. Pittenweem RC

20-40

Der Tabellenzweite empfing am Sonntag Tabellenschlusslicht Pittenweem im heimischen Stadion Shadwell Gardens. Aber das Spiel gestaltete sich nicht so eindeutig, wie die Londoner wohl gehofft hatten, die mit einem Auge in Richtung der Saxons schielten, deren Spitzenplatz sie gerne einnehmen würden.

Beide Defenses machten zunächst einen hervorragenden Job und vereitelten ein ums andere Mal erfolgreiche Angriffe des Gegners. Es war ein Geduldsspiel – das schließlich Pittenweems Ernestine Duffey mit einem Kicktreffer aus 20 Metern für sich entschied. Nur eine Angriffsrunde später gelang ihr erneut dieses Kunststück, wiederum gefolgt von einem erfolgreichen Kick10-Versuch ihres Kicker & Passers Walter Treadway, der den Vorsprung verdoppelte.

Je länger das Spiel dauerte, desto größer wurde auch der Druck, den die Londoner aufbauten und der schließlich in einem Kicktreffer von Grace Shaw mündete. Für die Aufholjagd war es jedoch bereits zu spät, sodass die Foreigners nicht von der zeitgleichen Niederlage der Saxons profitieren konnten und an zweiter Stelle der Tabelle verbleiben. „Das ist natürlich sehr ärgerlich. Da bekommst du die Tabellenspitze quasi auf dem Silbertablett serviert und dann greifst du nicht zu“, ärgerte sich Trainer Christopher Torrens.

 

Mercia Athletic vs. Bushwackers London

15-40

Mercias neue*r Trainer*in Reeva Owen hatte viel mit dem Team gearbeitet und diverse Testspiele in der Sommerpause absolviert, deren Ergebnisse allerdings mäßig ausfielen. „Wir müssen noch viele Abläufe verinnerlichen. Die Spieler*innen müssen erst mal lernen, was ich von ihnen will, das geht nicht von heute auf morgen!“, erklärte Owen daher schon vor dem Spiel.

Recht sollte Owen behalten: Zwar zeigte sich das Team stark verbessert im Vergleich zu den letzten Auftritten vor der Sommerpause, für einen Sieg reichte es dennoch nicht. Dazu waren die Bushwackers aus London einfach zu stark. Vor allem die unnachahmliche Josephine King, die bereits das Interesse einiger Clubs aus der Brooms’n’Joy League auf sich gezogen haben soll, war doch eine Spur zu groß für Mercia. Ihre zwei Kicktreffer sorgten für die Grundlage, die beiden Kick10 von K&P Isidora Queiroz letztlich für den deutlichen Sieg der Bushwackers. Da halfen auch die beiden Wurftreffer von Gwendolyn Avonlea nicht, um den Einstand von Mercias neuem Chef positiver zu gestalten.

 

Cheapside Sloggers vs. Shropshire Sheep

35-15

Albert Wright, immer wieder Albert Wright! So lässt sich der Spielverlauf zwischen Sloggers und Sheep zusammenfassen. Wright erzielte alle Treffer für die Sloggers und führte sein Team aus Birmingham souverän zum Sieg. Auf der anderen Seite war es Megan O’Kelly zu verdanken, dass das Spiel für die Fans niemals langweilig wurde, denn O’Kelly pushte ihre Offense immer wieder an. Bei der Defense der Sheep war sie allerdings machtlos und so musste sie mit ansehen, wie es den beiden Tackles Bethany Jones und Charles Cox einfach nicht gelang, Stabilität in die Abwehr zu bringen und den wendigen Rushern der Sloggers etwas entgegenzusetzen. Sabine Lehmann, Trainerin der Sheep, war nach dem Spiel jedenfalls bedient: „Wir haben hinten vogelfrei agiert und geradezu um Punkte gebettelt. Daran müssen wir dringend arbeiten, sonst wird es eng!“

Fazit: Während die Favoriten von der Tabellenspitze noch kollektiv in der Sommerpause verweilen, rückt unten die Tabelle zusammen! Die Teams auf den letzten drei Plätzen, Merseyside, Mercia und Pittenweem, sind nun punktgleich und vor allem Pittenweem hat mit einem Sieg gegen ein Spitzenteam aufhorchen lassen. Es bleibt also spannend!

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