Triple A mit Gala-Auftritt

Es ist schon eine Weile her, dass die Offense von Flower of Montrose – deren Vornamen alle mit A beginnen – zuletzt so eine Gala abgeliefert hat. Leidtragende waren am Wochenende die Damen von Magic Carmarthen, die keinen Stich gegen das Spitzenteam sahen. Im Keller gab es dagegen eine Überraschung am 15. Spieltag der Brooms’n’Joy League…

Ulster RC vs. Maidstone Gardeners

30-40

Die Gardeners sind zurück in der Erfolgsspur! Nachdem der Aufsteiger zu Beginn der Saison groß auftrumpfte, liefen die letzten Spiele vor der Sommerpause alles andere als zufriedenstellend: Eine Niederlage reihte sich an die nächste. Nun gelang es den Spieler*innen von Trainerin Clementine Edwards jedoch, endlich wieder einen Sieg einzufahren. Und das gegen niemand Geringeren als den Ulster RC, der eigentlich auf die Tabellenführung linste.

„Tja, manchmal kommt es anders, als man denkt. Unsere Leistung heute war sehr durchwachsen, wir konnten unsere Linie nicht zu Ende durchspielen. Dann kassiert man eben auch mal eine Niederlage“, nahm es Rusher Brian Ballymoney mit einem Schulterzucken.

Bei den Gardeners wurde dagegen gefeiert. Vor allem Sapphire Hopkins zeigte einmal mehr, warum sie durchaus Chancen auf das Nationalteam hat, wenn sie ihre Form halten kann. Sie traf sowohl per Kick als auch per Wurf: „Heute hat alles gepasst. Beim ersten Wurf habe ich gesehen, dass der Keeper zu weit vor dem Tor stand, das konnte ich nutzen“, freute sie sich.

 

Cymru Union of Ferndale vs. Victoria on Sea

45-55

„Endlich haben mal wieder alle Rusher Punkte geholt. Das hatten wir schon lange nicht mehr. Ich bin sehr zufrieden mit der Offense. Die Defense hat allerdings ihre Hausaufgaben nicht gemacht, da werde ich nachjustieren müssen“, kündigte Victorias Trainer Gordon of Roxburghe Konsequenzen nach dem knappen Sieg seines Clubs gegen die Waliser*innen aus Ferndale an.

In der Tat sahen die beiden Victoria-Tackles Evanna Sutherland und Ramil Sirisena Mahmud mehrfach alt aus, wenn die schnelle Offense von Ferndale antrat. Am Ende entschieden Nuancen: „Wenn der gegnerische Rusher in der letzten Runde beim letzten Versuch nicht trifft, gehen wir als Sieger vom Platz. So aber stehen wir mit leeren Händen da. Sehr ärgerlich“, gab sich Ferndales Keeper Maisie Mahone, die den Wurf von Lucas May durch ihre Finger ins Tor rutschen ließ, enttäuscht.

 

Wolverhampton Locks vs. Conquerers of Saint Ives

30-10

Bei Thomas O’Connor läuft es rund. „Ich habe in den letzten Monaten ganz gezielt an meiner Fitness gearbeitet. Ich hatte dort immer Defizite, ich liebe halt deftiges Essen. Aber nun bin ich topfit, das merkt man auf dem Platz“, verriet er das Geheimnis seiner Leistungen in den vergangenen Wochen. Wieder war er maßgeblich am Sieg seiner Locks gegen die Conquerers aus Cornwall beteiligt, steuerte einen Kick- und einen Wurftreffer bei.

Die Gäste waren dagegen enttäuscht: „Die Fehlerquote war zu hoch. Vorne müssen wir unsere Chancen konsequenter nutzen und hinten die Räume eng machen. Das ist nicht passiert!“, monierte Trainer Athelwulf Nithercott.

 

Mancunian Pride vs. Kerry Celtic

20-20

Solomon Addo ärgerte sich: In der letzten Runde hätte er den Siegtreffer erzielen können, aber sein Wurf landete in den Armen von Celtics Keeper Eoghan Duffy. So blieb es beim Unentschieden. „Diese Bälle verfolgen dich nachts. Ich wache dann schweißgebadet auf und gehe alle Szenarien durch, was ich hätte anders machen können,“ erklärte der Rusher im Anschluss.

Ein kleiner Trost war lediglich, dass es immerhin einen Punkt am Sonntag für die Prides gab. Das wiederum kam bei Celtic nicht gut an. Das Team, das Ambitionen Richtung Titel hat, haderte mit der Schiedsrichterleistung. „Es gab mehrfach grenzwertige Fouls, die nicht geahndet wurden. Teilweise ist der Gegner dadurch zum Punkten gekommen. Wir fühlen uns benachteiligt und werden Protest gegen die Wertung einlegen“, erklärte Celtics-Präsident Cormac O’Neill noch auf der Tribüne. Später war davon jedoch nicht mehr die Rede. „Sowas sagt man mal im Eifer der Gefechts, aber wenn sich alle beruhigt haben, sieht die Sache meist wieder ganz anders aus“, so Trainer Seamus McKenna auf der Pressekonferenz.

 

Southampton Rovers vs. Dunfermline Thistle

20-30

Auf dem Papier hätte diese Partie eine eindeutige Angelegenheit werden sollen, immerhin wollen die Rovers endlich wieder an Montrose vorbei an die Tabellenspitze. Aber da hatten sie die Rechnung eindeutig ohne den Gegner am Sonntag gemacht, denn Thistle dachte gar nicht daran, die Punkte einfach herzuschenken. Schon beim ersten Angriff nahm sich Rusher Issa Hegazy ein Herz und erzielte einen Kick auf 25 Metern Entfernung. Zwar konnte sein Kicker & Passer Florian Richter diesen Coup nicht wiederholen, trotzdem lag der Außenseiter zunächst mal in Front.

So ging es einige Runden, bis sich Elsie Carter-Philipps der Sache annahm und ebenfalls per Kick den Favoriten nach vorne brachte, denn hier traf auch der K&P. Dann aber folgte der Auftritt von Kincaid Hamilton, der zwei Mal den fast gleichen Angriff mit einer Route quer über den Platz lief und jeweils per Wurf traf. Bei beiden Versuchen sah die Defense der Rovers ganz schlecht aus, was Right Tackle Terry Shaw hinterher auch unumwunden zugab: „Das war große Scheiße! Schlimm genug, wenn man sich einmal so doof anstellt, aber gleich zwei Mal hintereinander? Geht gar nicht klar!“

Bei Thistle war im Anschluss kollektive Freude angesagt: „Wir haben gezeigt, dass man auch mit einem kleinen Budget mal die Großen ärgern kann. Und wo war eigentlich Locatelli?“, wollte Hamilton wissen. Nun, der hatte zwar gespielt, sich aber direkt mit Abpfiff aus dem Stadion verkrümelt und wurde nicht wieder gesehen. Herrscht da etwa dicke Luft bei den Rovers?

 

Magic Carmarthen vs. Flower of Montrose

0-60

„Triple A, Triple A, Triple A!“ Die mitgereisten Fans aus Montrose wussten genau, bei wem sie sich zu bedanken hatten, denn die gesamte Offense der Flowers hatte mal wieder zugeschlagen und kollektiv getroffen. Die Rusher, deren Vornamen alle mit einem A beginnen, spielten sich in einen regelrechten Rausch und ließen den überforderten Damen von Magic Carmarthen keine Chance.

„Das war wirklich sehr armselig, was wir da heute auf den Platz gebracht haben. Ich möchte mich dafür beim Publikum entschuldigen. Das müssen wir nun erst mal verarbeiten und dann unsere Lehren draus ziehen“, erklärte Magic-Trainerin Leonora Durling konsterniert.

 

Letterkenny Casuals vs. Bath Academics

25-20

„Wir leben noch!“ Der Rest des Satzes von Letterkennys Rory McFinnell ging im Jubel der Fans unter, die den Platz des kleinen Swilly Stadiums gestürmt hatten und ihre Spieler*innen hochleben ließen. Man konnte fast glauben, die Casuals hätten einen Titel geholt, dabei war es ‚nur‘ ein Sieg in der Brooms’n’Joy League. Zudem noch einer, der das Team wahrscheinlich auch nicht vor dem Abstieg bewahren wird, aber die Werte in Irland bei den Casuals sind eben andere. Da zählt Zusammenhalt und Kampfgeist mindestens ebenso viel wie ein Sieg.

„Davon können wir uns heute eine Scheibe abschneiden. Wir haben zu egoistisch agiert. Man muss auch mal einen Ball abgeben können, wenn der Mitspieler besser steht“, kritisierte Bath-Trainer Paul Ethan Burberry die Leistung sein eigenen Team, das außer einem Wurftreffer von Ratnasiri Sudu Rahim und dem anschließenden Kick5 durch Kicker & Passer Laryn Hale Pickering erfolglos vor dem Tor blieb.

 

Fazit:

Oben in der Tabelle hat sich durch diesen Spieltag kaum etwas verändert, Montrose hält sich weiterhin an der Spitze, gefolgt von den Rovers und den Teams aus Irland und Nordirland. Unten freuen sich die abgeschlagenen Casuals zwar über einen Sieg, aber das rettende Ufer bleibt mit einem Rückstand von acht Punkten in weiter Ferne.

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