War das der Todesstoß?

Das Team der Bath Academics hat sich zum ersten Verfolger von Tabellenführer Ulster gemausert und in beeindruckender Manier Schlusslicht Thistle abgefertigt. War das bereits der Abstieg für die Schotten? Viel Leben ist jedenfalls nicht mehr im Team von Donnall MacHughie.

Mancunian Pride vs. Conquerers of Saint Ives

0-20

Für die Prides aus Manchester geht es um alles: Teilnahme an den Playoffs oder vielleicht doch sogar noch der Abstieg? Ausgerechnet in diesem wichtigen Moment in der Saison zeigt die Mannschaft von Trainerin Summer McPride allerdings einen derart blutleeren Auftritt, dass es Präsident Xenophilia Montague auf der Tribüne die Zornesröte ins Gesicht trieb: „Was für eine Scheiße war das denn bitte? So kannst du doch am 23. Spieltag nicht spielen?! Da war kein Kampf, keine Leidenschaft, gar nix! Eine Frechheit! Wenn wir mit diesem Team absteigen, werde ich sie alle rausschmeißen, ALLE!“, wütete Montague und sprach ein Interviewverbot für sämtliche Teammitglieder aus.

Das Sprechen übernahmen stattdessen die Beteiligten aus Saint Ives, die mit einem Sieg im Gepäck die Heimreise antreten durften. Vor allem Schelju Naidenov wusste in der Partie zu überzeugen. Der bulgarische Rusher der Conquerers wartete einmal mehr mit einer ausgefallenen Frisur auf. Dieses Mal erstrahlte sein Kopf in blonden mit Perlen verzierten Dreadlocks. „Ich liebe das fast so sehr wie Rugby spielen“, erklärte er hinterher. „Aber heute war alles gut: Haare schön und Spiel schön!“

 

Magic Carmarthen vs. Cheapside Sloggers

40-40

Einen Auftakt nach Maß gelang am Sonntag in der Maridunum Arena den Cheapside Sloggers: Esme Wharton und Kicker + Passer Mick Fletcher sorgten gleich für eine 20-0-Führung. Zunächst brauchte Magic eine Weile, um sich von diesem frühen Schock zu erholen. „Das hat leider erst mal unseren ganzen Game-Plan durcheinander gebracht“, räumte Left Tackle Keket Salah hinterher ein. Dann aber fand Benthe van den Berg die richtige Linie zum Tor und traf per Kick. Auch Kicker + Passer Hailey-Parker Hall gab sich nun keine Blöße mehr und verdoppelte die Punkte zum Ausgleich.

Postwendend stellte Wharton jedoch den alten Abstand wieder her. „Ich konnte richtig sehen, wie jedes Mal die Köpfe runtergingen, wenn ich getroffen habe. Das hat ihnen nicht in den Kram gepasst“, so die doppelte Schützin im Anschluss. Dass es am Ende aber doch nur zu einem Unentschieden reichte, hatte Carmarthen Sonia Sontanga zu verdanken, die in der letzten Runde einen weiteren Kick versenken konnte.

Die Punkteteilung ist für die Sloggers allerdings zu wenig, um wirklich zufrieden zu sein, denn es trennt sie weiterhin nur ein Punkt von einem Abstiegsplatz. Die letzten Spiele werden also spannend in Birmingham.

 

Kerry Celtic vs. Southampton Rovers

10-15

Es regnete in Strömen im EasyLoan Stadium von Celtic. Dazu pfiff ein rauer Wind über die Ränge, die dementsprechend nur spärlich besetzt waren. Auch die Spieler*innen sahen aus, als wenn sie lieber woanders gewesen wären. Und so dauerte es eine Weile, bis sich die Teams am Sonntag warm gespielt hatten und zu ersten Punkten kamen. Zunächst legte Elsie Carter-Philipps per Wurf vor, bevor Patrick O’Shea den Ausgleich für die Gastgeber*innen erzielen konnte. Dann begann ein zähes Ringen um jeden Meter auf dem aufgeweichten Rasen – mit dem besseren Ende für die Rovers, die eine Unachtsamkeit der Defense von Kerry ausnutzten und durch Alessandro Locatelli zum Siegtreffer kamen.

„Heute war es ganz schwer. Bei so einem Wetter lässt man ja eigentlich nicht mal seinen Hund raus. Und wir sollen da Hochleistungssport bringen. Es gibt Schöneres!“, so Celtics-Tackle Tangaroa Nehua.

„Es war richtig seifig auf dem Platz, man musste höllisch aufpassen. Aber die Bedingungen waren für alle gleich, insofern bin ich froh, dass wir da mit heiler Haut und einem Sieg rausgegangen sind. Und nun brauche ich eine heiße Dusche und einen Tee mit Schuss!“, zwinkerte Terry Shaw von den Rovers abschließend.

 

Dunfermline Thistle vs. Bath Academics

10-80

Die Spieler*innen von Thistle wussten nicht recht, wie ihnen geschah. Jeder Angriff der Gäste aus Bath sorgte für einen Treffer – da half auch das wilde Geschrei von Coach Donnall Machughie von der Seitenlinie aus nichts. Am Ende konnte seine Mannschaft sogar froh sein, dass es nicht dreistellig wurde. „Die Leistung heute war unterirdisch, da gibt es nichts zu beschönigen. Ganz klar haben wir in diesem Zustand auch nichts in der ersten Liga verloren, das muss ich in aller Deutlichkeit sagen. Jetzt müssen wir mal sehen, ob wir uns wieder fangen können in den nächsten Tagen und die Saison zumindest mit Anstand zu Ende bringen.“

Beim Gegner aus Bath regte sich nach Ende des Spiels sogar Mitleid: „Das tut schon weh, wenn man so die Hucke voll bekommt. Darauf können wir natürlich keine Rücksicht nehmen, aber ich kenne das auch am eigenen Leib, auch wenn es schon eine Weile her ist“, so Colleen McNamara. Auch Kicker + Passer Laryn Hale Pickering, die eine überragende Leistung erzielte und alle Punkte ihrer Rusher verdoppelte, hatte tröstende Worte für Thistle übrig: „Ein paar Spiele sind ja noch, vielleicht können sie sich noch retten. Ich mag das Stadion und die Atmosphäre hier, komme immer wieder gerne her. Es wäre schade, wenn das nächstes Jahr nicht mehr so wäre.“

 

Victoria on Sea vs. Ulster RC

0-40

„Victoria hat eine starke Mannschaft. Aber wir hatten uns nach den schwachen Partien der letzten Wochen einiges vorgenommen und wollten gerade gegen ein Topteam eine gute Leistung abrufen, um uns zu pushen. Das ist uns gelungen! Vor allem die Defense hat sehr gut gestanden und keine Punkte zugelassen. Ich bin zufrieden!“, lobte Ulster-Trainer Adam Applerose sein Team, das gegen Meister Victoria mit 40-0 siegte.

Victoria hatte dagegen von Anfang an einen schweren Stand. Bertie Carringtons Wurf in der ersten Runde landete in den Armen von Ulster-Keeper Faye O’Farrall und auch danach liefen sich die Rusher immer wieder in der Defense der Gäste fest. „Es war wirklich frustrierend heute. Die haben super gestanden, es gab kein Durchkommen“, musste Victorias Winston-Wilbur Wilmington nach Ende des Spiels zugeben.

Während Ulster nun das Spitzenduo mit den Academics anführt, findet sich Victoria im oberen Mittelfeld wieder. Allerdings liegen die Teams in dieser Saison sehr dicht zusammen, sodass auch die Playoff-Teilnahme für den Meister noch nicht sicher ist. „Wir müssen einfach schauen, dass wir nächste Woche wieder Gas geben und einen Sieg einfahren, damit die Playoffs fix sind“, gab Tackle Ramil Sirisena Mahmud die Route für die kommenden Wochen vor.

 

Wolverhampton Locks vs. Flower of Montrose

0-40

Kicker + Passer Fynn Little von Montrose ging bereits angeschlagen in die Partie: „Ich bin unter der Woche beim Training einmal umgeknickt und noch nicht wieder ganz fit. Da Hasely Thomas [der Ersatz-KP, Anmerkung d. Redaktion] aber eine Erkältung hatte, hab ich heute gespielt. Es war schon ein Handicap bei einigen Läufen, aber zum Glück konnte ich wenigstens die Wurfversuche verdoppeln.“ So trug auch der angeschlagene Little am Ende zum deutlichen Sieg von Montrose gegen die Locks bei, denn alle Rusher seines Teams trafen.

Die Gastgeber*innen dagegen fanden kein Mittel gegen die Defense der Schotten und blieben wiederholt an den beiden Tackles oder an Keeper Amanda Chung hängen. „Heute war es wirklich zum Mäuse melken. Immer war irgendwo ein Bein oder Arm dazwischen. Richtig kacke!“, schimpfte ein frustrierter Thomas O’Connor von den Locks.

Eine ärgerliche Niederlage, die aber nichts daran ändert, dass die Locks als bester Aufsteiger momentan sogar auf Playoff-Kurs sind. „Damit beschäftigen wir uns aber erst, wenn die reguläre Saison vorbei ist. Nicht früher!“, betonte Präsident Geroge Bromwich nach dem Match.

 

Lincolnshire Saxons vs. Letterkenny Casuals

10-20

Das Abstiegsgespenst war allgegenwärtig bei der Partie zwischen den Saxons und den Casuals. Und so begannen beide Mannschaften äußerst nervös und suchten ihr Heil von Anfang an im Kampf. Mehrfach mussten die Schiedsrichter*innen die Spieler*innen beider Teams zu mehr Fairness ermahnen. Erst als die Casuals in der 5. Runde erstmalig punkteten, besannen sie sich auf ihre spielerischen Qualitäten.

Rory McFinnell traf per Wurf, bevor Kicker + Passer Omagh O’Sullivan die Punkte verdoppelte. Er war es auch, der fortan mit seiner Erfahrung Ruhe in sein Team brachte und den entscheidenden Treffer von Roisin Byrne einleitete. „Gerade für junge Spieler*innen ist es nicht leicht in so einer Situation. Es ist ein immenser Druck, denn ein Abstieg kann Arbeitslosigkeit bedeuten. Nicht nur für dich, auch für Leute im Verein. Man kennt sich hier in Letterkenny persönlich, alles ist sehr familiär. Man will ja hinterher auch noch die Schwiegermutter besuchen können“, scherzte O’Sullivan.

Bei den Saxons dagegen war niemand mehr zum Scherzen aufgelegt, denn die erneute Niederlage bedeutete das Abrutschen auf den vorletzten Tabellenplatz. „Das müssen wir erst mal verdauen. Es ist zwar eng da unten, aber man muss der Realität ins Auge schauen und sich mit dem Abstieg beschäftigen“, erklärte Trainer Henry Little.

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