Manieren kann man nicht kaufen

Der Kampf um die Plätze in den Playoffs ist auch am 9. Spieltag in vollem Gange – und noch sind alle Teams in der Brooms’n’Joy League eng zusammen. Playoffs oder Abstieg? Momentan ist alles noch möglich! Nur oben kristallisieren sich langsam die Favoriten hervor: Der letztjährige Meister Flower of Montrose steht mit einem Punkt Vorsprung auf Platz 1, dahinter tummeln sich die Southampton Rovers und der Ulster RC aus Nordirland.

Cymru Union of Ferndale vs. Bath Academics

20-15

Das Union Stadium bebte nach Ende des Spiels, denn die Fans der Gastgeber*innen wussten genau, was für eine Kraftleistung ihre Mannschaft soeben abgeliefert hatte, um den großen Favoriten aus Bath zu schlagen. „Ein hartes Stück Arbeit, aber der Einsatz hat sich gelohnt!“, japste ein völlig fertiger Rajesh Kumar, der mit seinem Wurftreffer für die ersten Punkte der Partie gesorgt hatte.

Die Offense von Bath brauchte dagegen mehrere Anläufe, um in der eng stehenden Defense von Ferndale eine Lücke zu finden, was schließlich Ratnasiri Sudu Rahim gelang, der mit seinem Wurf den Grundstein für den zwischenzeitigen Ausgleich legte.

Nachdem LeVar Davies mit einem Kicktreffer erneut für die Waliser*innen vorlegte, hatten die Gäste allerdings nicht mehr viel gegen zu setzen: Zwar traf Elizabeth Cynthia Pickering nochmal per Wurf, allerdings ging der Kick5-Versuch ihrer Schwester Laryn Hale am Tor vorbei. „Es war bei den hohen Temperaturen heute sehr kraftraubend. Schade, dass wir nun ohne Punkte nach Hause fahren, ein Unentschieden war allemal in Reichweite“, so der Kicker & Passer hinterher.

 

Mancunian Pride vs. Flower of Montrose

20-30

„Wir wehren uns mit Händen und Füßen Wir wollen eklig sein, der Gegner muss hinterher zumindest wissen, dass wir alles gegeben haben, wenn es für uns doch nicht zum Sieg reichen sollten“, kündigte Rusher Colin Murphy für die Mancunian Prides im Vorfeld an. In der Tat schlich so manch ein Spieler von Meister Montrose angeschlagen vom Platz, obwohl das Team von Trainer Hamish Macdonald of Clanranald gerade drei Punkte gewonnen hatte.

„Mir tut alles weh“, jammerte Tackle Ivera Sterling, die es immer wieder mit dem hoch motivierten Murphy aufgenommen hatte. Dabei legten die Schotten gleich zu Beginn ein hohes Tenmpo vor, Alvaro Babelli und K&P Fynn Little gaben mit Kicktreffern die Marschroute vor. Doch dann war es Murphy, der per Wurf nachsetzte – und dabei der Defense aus Montrose alles abverlangte. Ein weiterer Treffer von Avery Samsonite sorgte dann für die Vorentscheidung zugunsten des Meisters, auch wenn die Prides bis zum Schluss dran blieben und kämpften. Mehr als ein Treffer für Badou Sanneh kam dabei aber nicht mehr heraus, sodass auch weiterhin „der Baum brennt“, wie Summer McPride, Trainerin der Prides, zugab. Ihr Team steht auch weiterhin auf dem vorletzten Tabellenplatz und muss aufpassen, das rettende Ufer nicht aus den Augen zu verlieren.

 

Conquerers of Saint Ives vs. Magic Carmarthen

25-30

„Right Rusher Nelly Williams ist momentan der beste Rusher der Liga. Das hat er auch heute wieder allen gezeigt“, gab Magic-Trainerin Leonora Durling nach dem Spiel unumwunden zu. Gleich in der ersten Runde punktete Williams per Kick, sodass die Damen aus Wales einem Rückstand hinterherliefen.

Doch Glesni Galeforth ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Immer wieder gelangen ihr mit K&P Hailey Parker-Hall schöne Wurfkombinationen, mit denen die beiden die Defense der Conquerers, bestehend aus Jenna Rosevear und Leonora Livingstone überwanden. „Wir müssen uns bei Henry [Matthews, Keeper] bedanken, dass wir nicht ganz schnell ganz arg in Rückstand geraten sind“, gab Rosevear hinterher zu. So gestalteten die Conquerers und Magic das Spiel weiterhin eng. Erst der vergebene Kickversuch von Schelju Naidenov im Dress des Clubs aus Cornwall besiegelte dessen knappe Niederlage im letzten Angriffsspiel.

 

Wolverhampton Locks vs. Maidstone Gardeners

40-40

Locks vs. Gardeners, das versprach jahrelang beste Unterhaltung in der Honour League. Doch seitdem die Locks im Vorjahr aufgestiegen sind, gab es dieses Duell nicht mehr. Nichts leichter als das, dachten sich die Gardeners und stiegen ihrerseits auf – nur um seitdem die Brooms’n’Joy League aufzumischen.

Das erneute Aufeinandertreffen artete dabei schnell in ein Privatduell zwischen Thomas O’Connor auf Seiten der Locks und Sapphire Hawkins auf Seiten der Gardeners aus, denn beide punkteten wie am Fließband. „Heute ist mir so ziemlich alles gelungen. Schade, dass sich Thomas offensichtlich auch diesen Tag dafür ausgesucht hatte“, scherzte Hawkins hinterher.

Der Angesprochene gab das Kompliment zurück: „Es spornt schon an, wenn sich auf der anderen Seite jemand mit aller Macht gegen eine Niederlage stemmt.“ Dass letztlich niemand als Verlierer vom Platz gehen musste, dafür sorgte Elias Alvares Teixeira, der auch noch einen Treffer beisteuerte und für das gerechte Unentschieden am Ende sorgte.

 

Southampton Rovers vs. Letterkenny Casuals

30-20

„Wir haben nichts zu verlieren, schon gar nicht gegen die Rovers“, erklärte Casuals-Trainer Eoin O’Hare vor dem Spiel. Sein Team hat in dieser Saison arge Probleme und ist auf dem besten Weg zurück in die Honour League abzusteigen. Und so schien es zunächst, als hätte ihm Rusher Esme Wharton zugehört, denn sie punktete gleich im ersten Angriff für den Underdog.

Den Ausgleich besorgte allerdings postwendend Alessandro Locatelli, ehe Rory McFinnell per Kick die Herzen der mitgereisten Fans aus Irland wieder höher schlagen ließ. Doch Locatelli fackelte nicht lange, verwandelte ebenfalls einen Kicktreffer und sorgte wieder für die Führung des Favoriten. Humorlos kommentierte der Italiener die Partie im Anschluss: „Wir haben gegen den Tabellenletzten gespielt, das hat man auch gemerkt. Insgesamt war das heute mehr wie ein Trainingsspiel.“

Als O’Hare davon hörte, gab es kurzzeitig Tumulte auf der Pressekonferenz, denn dem Iren passte diese überhebliche Aussage so gar nicht und er wurde laut: „Das ist respektlos. Schön und gut, dass er der bestbezahlte Spieler der Welt ist. Aber von dem Geld hat er sich offenbar keine Manieren gekauft!“

 

Kerry Celtic vs. Victoria on Sea

50-40

Sadhbh Connell und immer wieder Sadhbh Connell. Gegen die Irin war heute kein Kraut gewachsen und so musste der RC Victoria eine herbe Niederlage einstecken. „Momentan reicht das nicht mal für einen Platz in den Playoffs, das ist natürlich nicht unser Anspruch“, gab ein enttäuschter Lucas May zu Protokoll. Dabei hatte er zunächst noch für Victoria per Wurf punkten können, ehe Connell loslegte und zwei Kick- und zwei Wurftreffer landete. Da sich auch Celtics K&P Jehan Rahim keine Blöße gab, standen schnell 50 Punkte für die Hausherren zu Buche. Da halfen auch de beiden Wurftreffer von Victorias Winston-Wilbur Wilmington nicht, obwohl auch hier Kicker & Passer Clement Lefèvre alles verwandelte.

„Ich bin sehr stolz auf das Spiel. Auch wenn Victoria momentan nicht da steht, wo sie eigentlich hingehören, aber es ist ein Spitzenteam. Umso mehr freue ich mich über meine Leistung heute“, erklärte Connell, nachdem sie „Player of the Match“ geworden war.

 

Dunfermline Thistle vs. Ulster RC

10-30

„Wir wollten oben dran bleiben, das ist uns durch den Sieg gelungen. Aber Thistle ist wirklich unangenehm zu spielen. Sehr starke Defense“, so Ulsters Rusher Rene Stochz, der einen Wurf- und einen Kicktreffer zum Sieg seines Teams beisteuerte.

Die angesprochene Defense konnte mit dem Lob unterdessen wenig anfangen: Left Tackle Violet Harris-Cooper humpelte nach dem Spiel vom Platz: „Ich hab einen Schlag auf das Knie abbekommen, es wird schon blau. Mal sehen, wie schlimm die Verletzung wird.“ Auch Trainer Donall MacHughie war mit den Gedanken bei seiner verletzten Spielerin: „Das wäre ganz bitter, wenn sie ausfällt. Hoffen wir das beste!“

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