Es brennt der Baum!

Die Nerven liegen blank! Während sich zwei Teams um die Tabellenführung stritten, freute sich am 17. Spieltag der Brooms’n’Joy League ein drittes und schlich sich klammheimlich vorbei auf die 1: Kerry Celtic grüßt von der Tabellenspitze. In Southampton hat man dagegen ganz andere Sorgen, denn die Gerüchteküche um Alessandro Locatelli läuft heiß: Will der Italiener etwa wechseln?

Letterkenny Casuals vs. Magic Carmarthen

30-10

Der Jubel im kleinen Swilly Stadium nach Abpfiff war ohrenbetäubend: Nach dem Derby-Sieg in der Vorwoche gelang den Casuals aus Letterkenny der nächste Sieg. „Das war Wahnsinn heute, aber wir wurden noch immer von den Emotionen der letzten Woche getragen. Heute war alles ganz easy! Und wer weiß, vielleicht reicht es ja am Ende doch für den Klassenerhalt?“, schwärmte Left Tackle Inez Cantwell nach dem Sieg ihres Teams gegen die Gäste aus Carmarthen.

Die Damen aus Wales ließen dagegen die Köpfe hängen, denn außer einem Wurftreffer von Glesni Galeforth brachten sie nicht viel Zählbares zustande. „Genau diese Abhängigkeit von einer Spielerin ist unser Problem. Daran werden wir arbeiten“, kündigte Magic-Trainerin Leonora Durling an.

 

Victoria on Sea vs. Maidstone Gardeners

0-30

„Lass doch das Kicken sein, benutz mal die Hände“, bellte Victorias Trainer Gordon of Roxburghe nach zehn Minuten über den Platz. Zuvor hatte Lucas May sich gleich drei Mal in einem Kick probiert – und war drei Mal gescheitert. Nicht viel besser machte es zu diesem Zeitpunkt Sapphire Hopkins von den Gardeners, die stattdessen mit ihren Kickversuchen das Aluminium testete.

Dann übernahm bei den Gästen Elias Alvares Teixeira den Ball und sorgte nach schönem Solo einmal quer über den Platz per Wurf für die ersten Punkte seines Teams. Danach war es mit dem Spielfluss bei Victoria endgültig vorbei, zwar mühte sich May noch kräftig, während seine beiden Rusher-Kollegen vollständig abgetaucht waren, aber vergeblich: Ohne einen Treffer verlor Victoria deutlich gegen die Gardeners, denn Hopkins gelang kurz vor Schluss doch noch ein Treffer per Kick.

 

Wolverhampton Locks vs. Bath Academics

15-70

Locks-Trainer Duncan McPherson war bedient: „Völlig von der Rolle“ war noch das Harmloseste, was er nach der heftigen Klatsche seines Teams gegen Bath zu sagen hatte. Ansonsten ließ er seinem Frust auf der Pressekonferenz freien Lauf und drohte dem Team Straftraining am Montagmorgen um 6:30 Uhr an.

Bei Bath sah man dagegen zufriedene Gesichter, allen voran bei den Schwestern Elizabeth Cynthia und Laryn Hale Pickering, die am Sonntag ausgesprochen gut harmonierten für einige Punkte beim 70-15-Sieg ihrer Academics sorgten. „Es ist schon eine Weile her, dass wir so gut zusammengespielt haben, das muss man ehrlich sagen. Wir blenden die Verwandtschaft beim Training natürlich komplett aus, aber irgendwo kennt man sich eben doch besser, als alle anderen auf dem Platz. Und das kann man dann manchmal gut nutzen“, erklärte Elizabeth Cynthia.

 

Cymru Union of Ferndale vs. Flower of Montrose

50-15

Mit hängenden Köpfen schlichen die Spieler*innen der Flowers nach Abpfiff vom Platz. Anstatt die Tabellenführung ins Visier zu nehmen, kassierten sie eine deftige – und überraschende – Niederlage gegen Union of Ferndale. „Der Sieg von Ferndale ist vollkommen verdient, wenn auch am Ende ein paar Punkte zu hoch ausgefallen“, gab Montrose-Trainer Hamish Macdonald of Clanranald unumwunden zu.

Bei Union freute man sich dagegen über drei unerwartete Punkte: „Die Flowers sind ein ganz großes Kaliber, amtierender Meister, Europapokalfinalist, haben eine lange Tradition. Die haben ein ganz anderes Budget als wir. Aber wir konnten ihnen heute ein Bein stellen, ich bin sehr stolz darauf!“, erklärte Union-Keeper Maisie Mahone stolz.

 

Southampton Rovers vs. Ulster RC

5-40

Bahnt sich bei den Rovers neuer Ärger an? Das könnte man zumindest nach dem Interview von Alessandro Locatelli meinen, der nach dem Spiel folgende Worte fand: „Ich will oben mitspielen, stattdessen ist es jede Woche ein neuer Krampf. Ich verstehe einfach nicht, was sich Trainer und Mitspieler*innen denken, was sie reden. Da sage ich lieber gar nichts mehr und ziehe meine Konsequenzen daraus.“ Auf die Aussage angesprochen, wiegelte Club-Präsident William Samsonite zwar ab und wollte von einem möglichen Wechsel nichts wissen. Ein offizielles Statement wollte er dazu allerdings auch nicht abgeben. Laut einem Insider fühlt sich Locatelli in Southampton nicht mehr wohl und ist auf der Suche nach einem neuen Club. Ob in Magic Britain oder im Ausland, soll aber noch offen sein.

Bei Ulster gab man sich von diesem Rummel unbeeindruckt: „Wir haben solche Starspieler*innen zum Glück nicht im Team. Bei uns ziehen alle an einem Strang und wenn etwas zu klären ist, machen wir das intern. Und es gab nach der Derbyniederlage einiges zu klären, so viel sei gesagt. Aber wie man am heutigen Ergebnis sehen kann, sind alle Unstimmigkeiten ausgeräumt“, so Ulster-Rusher Miru Hapuku, der nach einiger Zeit ohne Treffer am Sonntag mal wieder ins Tor traf.

 

Kerry Celtic vs. Conquerers of Saint Ives

25-10

„Wir mussten länger zittern, als uns lieb war, aber gerade Nelly Williams ist einfach brandgefährlich und kann die Conquerers auch mal im Alleingang zum Sieg führen“, erklärte Celtics-Tackle Tangaroa Nehua nach dem Spiel. Dabei hatten die Gastgeber*innen zunächst alles richtig gemacht, waren durch Treffer von Colleen McNamara und Sadhbh Connell in Führung gegangen. Dann folgte jedoch der Auftritt von Williams und die Aufholjagd der Gäste begann.

Am Ende scheiterten sie aber am überragenden Keeper Eoghan Duffy, der jeden Schussversuch auf seinen Kasten abwehrte. Dann hieß es warten und zittern bei den Ir*innen, bis endlich die Ergebnisse der anderen Partien durchgesagt wurden und feststand: Kerry Celtic ist neuer Tabellenführer! Entsprechend groß war der Jubel im Team. „Wir haben in den vergangenen Wochen kontinuierlich darauf hingearbeitet und heute waren wir da, als die Konkurrenz geschwächelt hat! Wir wollen nun da oben bleiben“, machte Trainer Seamus McKenna gleich eine Ansage an die Konkurrenten.

 

Mancunian Pride vs. Dunfermline Thistle

20-10

Obwohl Thistle zunächst nach einem Wurftreffer von Kincaid Hamilton in Führung ging, reichte es nicht für einen Sieg der abstiegsbedrohten Schotten. Dafür sorgte ein in Halbzeit 2 stark verbesserter Auftritt der Prides, die durch Colin Murphy und Badou Sanneh die Partie drehten. Die Tackles sorgten letztlich für einen ungefährdeten Sieg des Clubs aus Manchester, denn sie räumten alles gnadenlos ab, was sich nicht rechtzeitig retten konnte. „Das war ein hartes Stück Arbeit, aber wir konnten uns belohnen. Das ist am Ende des Tages immens wichtig, vor allem für den Kopf!“, erklärte Prides-Tackle Ebony Hernando.

Thistle haderte unterdessen mit dem Schiedsrichter – „ganz schlechter Auftritt“, Trainer Donall MagHughie – und sich selbst, wie der lautstarke Zoff zwischen den beiden Tackles Violet Harris-Cooper und Jayden Fletcher unter Beweis stellte, die sich gegenseitig die Schuld daran gaben, Colin Murphy bei seinem Lauf nicht ordentlich attackiert zu haben.

 

Fazit: Wird es unten noch mal spannend? Die Casuals haben sich nach der Sommerpause kontinuierlich an die beiden vor ihnen liegenden Teams der Conquerers und Thistle herangearbeitet und nur noch einen Rückstand von vier Punkten. Für Spannung im Abstiegskampf ist also gesorgt. Aber auch oben bleibt der Kampf um die Spitze eng, Fehler darf man sich nicht erlauben, das mussten die Rovers und die Flowers bitter feststellen.

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