Eine spektakuläre Rückkehr deutet sich an

Bis zur letzten Runde sieht es so aus, als hätte Tabellenführer Ulster endlich seinen Meister gefunden – doch dann beweist Kicker + Passer Ingrid Bengtsson im Spitzenspiel Nerven aus Stahl und dreht die Partie. Dadurch könnte die Rückkehr einer alten Bekannten eingeleitet werden…

Unterdessen zeigt Magic Carmarthen, was wirklich in den Spielerinnen steckt und verlässt nach einem Befreiungsschlag die Abstiegsränge. Doch wie stabil ist die Mannschaft von Magnus Thompson wirklich?

Dunfermline Thistle vs. Mancunian Pride

0-20

Für Thistle stand an diesem Sonntag viel auf dem Spiel, denn eine Niederlage im Pittencrief Park würde ein weiteres Abstürzen in den Tabellenkeller bedeuten. Und dies wollten die Spieler*innen von Donall MacHughie unbedingt verhindern. Und so dominierten zunächst beide Defensivabteilungen das Spiel, bei dem nicht so recht Stimmung aufkommen wollte. Obwohl die Entfernung nicht sonderlich groß ist, fanden sich kaum mitgereiste Fans bei den Prides. „Ich weiß nicht, womit das zu tun hat, wir sind momentan auf Playoff-Kurs, das ist voll im Soll. Schade, dass wir dabei so wenig Unterstützung bekommen“, monierte Right Tackle Kraigg Massiah nach dem Spiel. Immerhin verpassten die Anhänger*innen so den einzig erfolgreichen Angriff des Tages: In Runde 3 gelang Left Rusher Marcus Gore ein Kicktreffer, den Kicker + Passer Nauka Smirnowa im Anschluss veredelte. Ansonsten blieb die Anzeigentafel stumm.

Bei Thistle gehen dagegen langsam die Lichter aus. „Keine Spielideen, kein Versuch, vielleicht durch einen Überraschungsmoment mal zu punkten. So wird das nichts mit dem Klassenerhalt, wir stehen nun zurecht ganz unten“, zog Präsidentin Teresa MacHughie-Fatehpuri ein bitteres Fazit. Dem Verein, der vom Familienclan der MacHughies geführt wird, droht der Absturz in Liga 2.

Letterkenny Casuals vs. Kerry Celtic

40-40

Über zu wenig Unterstützung konnten sich die Teams von den Casuals und Celtic im irischen Derby nun wahrlich nicht beklagen. Ganz im Gegenteil: Die 3.485 Karten für das Spiel im Swilly Stadium waren innerhalb von wenigen Minuten ausverkauft. Beide Teams konnten sich auf lautstarke Fangesänge aus ihren Kurven verlassen und das ein oder andere Mal zog Rauch in den Vereinsfarben durch das Rund. „Die Atmosphäre war richtig geil! Das beflügelt schon enorm, wenn man aus der Kabine tritt und die Leute oben so einen Lärm veranstalten“, erklärte Casuals-Keeper Priscilla Pembrock nach dem Spiel.

Auf dem Rasen entwickelte sich eine ausgeglichene, aber trotzdem unterhaltsamen Partie mit einigen Führungswechseln. Zunächst legte Patrick O’Shea für die Gäste mit einem Kicktreffer vor, allerdings konnte Kicker + Passer Jehan Rahim die Punkte nicht verdoppeln. Das nutzten die Casuals ihrerseits und gingen in Runde 5 durch Rory McFinnell und Omagh O’Sullivan in Führung, die das Duo im weiteren Verlauf durch einen fast identisch vorgetragenen Angriff sogar noch verdoppeln konnte.

Als die Heimfans schon fast auf den Sieg anstießen, schlug Celtic in Person von Sadhbh Connell zurück, die ebenfalls per Kick erfolgreich war. KP Rahim gab sich dieses Mal keine Blöße und traf ebenfalls zum 40-40-Endstand. „Am Ende müssen wir  froh sein, dass es noch zum Ausgleich gereicht hat. Aber insgesamt haben wir natürlich auf einen Sieg gehofft. Leider hat mein erster Schuss nur den Pfosten getroffen, sehr ärgerlich“, so die Irin mit den ägyptischen Wurzeln.

Southampton Rovers vs. Cheapside Sloggers

30-30

Wie würde der Aufsteiger mit Rovers-Superstar Alessandro Locatelli klarkommen, fragen sich vor dem Spiel nicht wenige Expert*innen. Die Antwort: Die Sloggers aus Birmingham ließen sich nicht groß beeindrucken, selbst dann nicht, als Locatelli im ersten Angriff für sein Team gleich bis nach vorne durchmarschierte – und den abschließenden Wurf in die Arme von Keeper Antonio Mancini versenkte. „Ich habe seine Bewegungen im Vorfeld intensiv studiert und ahnte, wohin er wirft“, erklärte der Engländer, dessen Familie aus Italien stammt. „Meine Mutter ist jetzt bestimmt böse, denn sie mag Locatelli sehr. Aber darauf kann ich keine Rücksicht nehmen.“

Und so gingen überraschend die Sloggers in Führung, nachdem Jolene Cunningham und Kicker + Passer Mick Fletcher per Kick trafen. In der Folge wechselte die Führung nach fast jedem Angriff, allerdings gelang es keinem Team, sich abzusetzen, sodass am Ende ein Unentschieden zu Buche stand. Left Tackle Janosch Pettersson von den Rovers war darüber enttäuscht: „Wir hatten die zwingenderen Angriffe, aber am Ende hat der Keeper von Cheapside alles rausgeholt, was ging. Dann spielt man halt nur Unentschieden.“

Lincolnshire Saxons vs. Victoria on Sea

10-0

„Ich möchte das Wort ‚Traditionsderby‘ heute nicht hören! Unser Derbygegner sind die Rovers, nicht die Saxons. Nur weil beide Teams schon so lange in der Liga dabei sind, muss man daraus jetzt keine besondere Partie machen!“, stellte Gary Newman von den Saxons vor dem Spiel auf Mediennachfrage genervt fest.

Für ein Derby stimmte auch die Atmosphäre in der Handerson & Sons Arena nicht, denn gerade einmal die Hälfte der 15.100 Sitze war belegt. Und – darin waren sich nach dem Spiel alle einig – auch sportlich wussten die Mannschaften nicht zu überzeugen. Den einzig erfolgreichen Angriff des Tages vollendete Forbia Kennedy mit dem Wurf über die Latte in der zweiten Runde. Auch Kicker + Passer Henry Little tat seinen Job und erhöhte die Punkteausbeute für sein Team.

Bei Victoria lief dagegen in der Offense zum wiederholten Mal überhaupt nichts zusammen. Nach den frühen Siegen zu Saisonbeginn versinkt der Verein momentan im Mittelfeld der Tabelle und muss aktuell sogar um die Playoffs bangen. „Ich weiß nicht, woran es liegt. Wir sind alle etwas ratlos. Es ist nicht so, dass die Stimmung im Team schlecht wäre oder so etwas. Wir wissen es einfach nicht“, gab Bertie Carrington Einsicht in sein derzeitiges Gefühlsleben. Der Rusher von Victoria gehörte zu Saisonbeginn noch zu den größten Aktivposten seiner Mannschaft, trifft aktuell aber selbst mit einfachen Bällen nicht.

Conquerers of Saint Ives vs. Magic Carmarthen

10-50

„Endlich konnten wir mal zeigen, was wir wirklich drauf haben! Wir haben in den letzten Wochen einfach weit unter unseren Möglichkeiten gespielt. Ich hoffe, dass dieser Trend anhält und wir den Klassenerhalt schaffen“, japste nach dem Spiel eine ausgepumpte, aber glückliche Gwenna Gilmore von Magic Carmarthen.

In der Tat legte ihre Mannschaft von Beginn an los wie die Feuerwehr und erzielte gleich im ersten Angriff die volle Punktzahl durch Rusher Benthe van den Berg und Kicker + Passer Hailey Parker-Hall. Auch der nächste Angriff saß: Per Wurf bauten Glesni Galeforth + KP Parker-Hall den Vorsprung weiter aus. Erst spät fanden die Gastgeber*innen ins Spiel: Nelly Williams und KP Benjamin Patel trafen in Runde 9, allerdings wurde die Hoffnung auf eine späte Aufholjagd durch Sonia Sontonga direkt zunichte gemacht, die noch einen Kick im Tor unterbrachte.

„Ich habe nichts zu kritisieren, heute haben alle am Limit gespielt und ihre Leistung gebracht“, so Trainer Magnus Thompson.

Die Conquerers sorgten dagegen kurz nach dem Spiel noch für Aufregung, als Left Tackle Russell Chatwin irritiert über die Niederlage beim eigentlichen „Punktelieferanten der Liga“ sprach. Zur Erinnerung: Die Conquerers stehen in der Tabelle auf Platz 11, nur noch einen Platz und einen Punkt vor Magic.

Bath Academics vs. Wolverhampton Locks

40-20

Am Ende verloren sie den Faden und dadurch auch das Spiel: Was zunächst gut begonnen hatte, endete in einem Desaster für die Locks. Zunächst hatte Rebecca-Isobel Furneaux-Smith noch für die Führung der Gäste bei den Academics gesorgt, doch dann brach der Aufsteiger in sich zusammen: Keine Aktion der Offense wollte mehr gelingen und in der Defense standen sich die Spieler*innen mehrfach gegenseitig im Weg.

Bath nutzte das Chaos aus und spielte einen lockeren 40-20-Sieg ein. Colleen McNamanra und Kicker + Passer Laryn Hale Pickering sorgten für klare Verhältnisse. „Wir hatten gleich zu Anfang zwei Chancen, die wir nicht genutzt haben. Das hätte auch in die Hose gehen können heute“, so McNamara im Anschluss. „Aber die Gäste haben es uns leicht gemacht.“

Bei den Locks war Trainer Duncan McPherson stinksauer nach Abpiff: „Wir hatten einen Gameplan, an den man sich nur hätte halten müssen. Dann wäre das so nicht passiert. Unglaublich!“

Flower of Montrose vs. Ulster RC

40-50

Die Fans von Montrose waren bereits von den Rängen nach unten geeilt, um den Sieg im Spitzenduell gegen Tabellenführer Ulster zu feiern, da traf Rene Stochz in der letzten Runde zum Ausgleich per Kick. Alles hing nun also von Kicker + Passer Ingrid Bengtsson ab, die sich das Ei schnappte und zielsicher und nervenstark verwandelte, bevor sie in einer Jubeltraube versank.

„Das war heute haarscharf. Umso großartiger, dass es am Ende doch noch gelangt hat. Ingrid ist so eiskalt, wenn es sein muss. Ich hätte mir in die Hosen gemacht“, so Ulsters Left Tackle Asante Matthews.

Bis dahin hatten sich die Flowers und Ulster ein packendes Duell geliefert. Vor allem Alison Deonna Hearthouse lieferte ein herausragendes Spiel für Montrose ab und zeigte einmal mehr, weshalb sie auch in der jamaikanischen Nationalmannschaft eine absolute Führungsfigur ist. Mehrere Führungswechsel später folgte dann der erste Auftritt von Rene Stochz: Der Deutsche überrumpelte mit einem Wurf Keeper Aberlin Castro im Tor der Gastgeber*innen. „Den hätte er haben müssen. Sowas wird schon in der Jugend trainiert. Verstehe ich nicht, warum er da auf dem falschen Fuß erwischt wurde“, kritisierte Trainer Hamish Macdonald of Clanranald seinen Keeper. Pikant: Im Verein soll Castro nicht mehr unumstritten sein. Die eigentliche Stammkeeperin Amanda Chung ist nach ihrer Babypause schon vor mehreren Wochen ins Training zurückgekehrt – und soll Castro mehrfach düpiert haben. Bislang hielt der Trainer allerdings am Portugiesen fest. Vielleicht ändert sich das nun, denn auch Stochz‘ zweiten Angriff auf das Tor konnte Castro nicht parieren. Ebenso wenig wie Bengtssons Treffer, der die Niederlage von Montrose besiegelte.

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