Die Würfel sind gefallen – Drama im Tabellenkeller

Während an der Tabellenspitze längst alles klar war, wurde am letzten Spieltag vor den Playoffs im Tabellenkeller gekämpft bis zum Schluss. In letzter Sekunde konnte sich Dunfermline Thistle noch vor dem Abstieg retten, gewann die Partie bei Flower of Montrose. Zwei andere Teams müssen dagegen den bitteren Abstieg in die zweite Liga antreten.

Flower of Montrose vs. Dunfermline Thistle

20-30

Laute Jubelschreie hallten weit nach Ende der Partie noch durch die SaferFun Arena in Montrose. Jubeln tat allerdings nicht der Gastgeber, der die Partie überraschend mit 20-30 verlor, sondern die Gäste von Thistle, als nämlich endlich die Ergebnisse aus den anderen Sportstätten durchgesagt wurden: Dunfermline war gerettet!

Dem vorausgegangen war ein hart erkämpfter Sieg des Underdogs, der die letzten Wochen teilweise abgeschlagen als Tabellenschlusslicht zugebracht hatte. Rusher Bonnie Macfarlane und Kicker + Passer Florian Richter hatten Thistle zunächst in Führung gebracht, ehe Alison Deonna Hearthouse für Montrose per Kicktreffer zum Ausgleich kam. Den spielentscheidenden Treffer landete dann Kincaid Hamilton in der letzten Runde, ehe das große Zittern und Warten begann.

Aus eigener Hilfe war Thistle nicht mehr in der Lage, den Klassenerhalt zu schaffen. Dann aber die Durchsage – und der Rest war Jubel. „Ich kann es nicht fassen, das ist das Spannendste, was ich bisher erlebt habe – als Spieler und als Trainer“, kommentierte Thistles Zepterschwinger Donall MacHughie in Tränen aufgelöst, nachdem er eine erste Bierdusche abbekommen hatte. „Wir sind in den Playoffs, der Gegner nicht abgestiegen – das war doch ein schöner Tag. Und jetzt gehen wir mal alle zusammen einen heben!“, lud Montrose-Präsident William Samsonite alle Anwesenden zum Feiern ein.

 

Conquerers of Saint Ives vs. Bath Academics

30-30

Im Lily’s Field in Saint Ives trafen die Conquerers und die Academics aufeinander. Obwohl es für die Gastgeber*innen noch um den Einzug in die Playoffs ging, kam nicht recht Druck in das Spiel. Die Partie plätscherte vor sich hin, sodass das Unentschieden am Ende gerechtfertigt war.

Bath-Rusher Ratnasiri Sudu Rahim, der einige Punkte beisteuerte, zeigte sich dennoch zufrieden: „Wir sind als Zweiter in die Playoffs eingezogen, das ist großartig. Jetzt wird aber noch mal neu gewürfelt, in der K.O.-Runde geht es um alles. Das bringt ein besonderes Kribbeln mit sich. Ich freue mich auf nächstes Wochenende!“

Auch die Conquerers hatten am Ende Glück und zogen dank der Niederlage der Wolverhampton Locks als letztes Team in die Playoffs ein, wo sie nun auf Ulster treffen. Right Tackle Leonora Livingstone blickte bereits voraus: „Wir haben ja nichts zu verlieren, das Erreichen der Playoffs ist schon geil genug. Und nun lassen wir es mal auf uns zukommen!“

 

Ulster RC vs. Wolverhampton Locks

25-0

Ulster benötigte eigentlich nur einen Spieler, um die Partie gegen die Locks für sich zu entscheiden: Rene Stochz traf aus allen Lagen und freute sich im Anschluss über die Auszeichnung als Player of the Match. „Ich hatte mir fest vorgenommen, noch mal so richtig einen rauszuhauen! Wir sind Erster, aber das Beste kommt bekanntlich zum Schluss, wie man bei uns in Deutschland sagt. Wir wollen jetzt die Playoffs gewinnen und Meister werden!“ Danach verschwand er wieder in einer Jubeltraube aus seinen Mitspieler*innen.

Für die Locks war der Sonntag doppelt bitter: Nicht nur, dass am Ende eine Niederlage auf dem Papier stand, sondern man war nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses an den Playoffs vorbeigeschrammt. „Bitter, einfach nur bitter. Das wäre ein ganz großer Erfolg gewesen. Ich bin sicher, wenn man das mit ein paar Tagen Abstand betrachtet, relativiert sich diese Niederlage auch, denn immerhin sind wir Aufsteiger. Aber in diesem Moment tut es nur weh!“, so ein enttäuschter Duncan McPherson, Trainer der Locks.

 

Victoria on Sea vs. Letterkenny Casuals

20-0

Victoria-Trainer Gordon of Roxburghe machte seine Androhung aus der Vorwoche wahr und setzte seinen Nachwuchsspieler Lucas May auf die Bank. May war in den letzten Wochen mehrfach durch übermäßiges Feiern in der Londoner Partyszene aufgefallen, worunter seine Leistungen litten. Stattdessen spielte nach längerer Verletzungspause Draftspieler Solomon Addo, der allerdings ohne Punkterfolg blieb. „Ich hatte zum Schluss eine große Chance, hab den Ball beim Kick aber nicht ganz getroffen. Aber mal schauen, was die Playoffs bringen“, so Addo hinterher.

Stattdessen sorgten Rusher Bertie Carrington und Kicker + Passer Clement Lefèvre für die Punkte zu Victorias Sieg. Carrington wurde an schließend auch noch als bester Rusher der Saison ausgezeichnet.

Von den Casuals kam dagegen wenig. „Wir sind alle platt am Ende dieser langen Saison und froh, dass wir nicht abgestiegen sind. Wir machen jetzt Winterpause und alle gehen erst mal in den wohlverdienten Urlaub“, zog Casuals-Trainer Eion O’Hare Bilanz.

 

Magic Carmarthen vs. Kerry Celtic

30-30

Dass es für beide Teams um nichts mehr ging, war dem Spiel in der Maridunum Arena in Carmarthen deutlich anzumerken. Während die Gäste von Celtic sicher für die Playoffs qualifiziert waren, stand bei Magic der Nichtabstieg ebenso fest. Und so trennten sich beide Teams mit einem leistungsgerechten 30-30-Unentschieden. Bei Magic glänzte Benthe van den Berg mit einem Kicktreffer und einem Wurf, während bei den Ir*innen vor allem Patrick O’Shea von sich Reden machte. „Wir haben insgesamt eine ganz gute Saison gespielt. Hinten raus hat es zwar nicht mehr gelangt, um Ulster in Bedrängnis zu bringen, aber jetzt stehen die Playoffs an, da werden die Karten neu gemischt!“, so O’Shea nach dem Spiel.

„Unser Ziel für diese Saison war es eigentlich, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Das haben wir leider nicht geschafft, mussten zittern bis kurz vor Schluss. Immerhin hat es am Ende für den Klassenerhalt gereicht, aber so richtig zufrieden ist hier wohl niemand“, bilanzierte Magic-Manager Shireen Shah.

 

Southampton Rovers vs. Lincolnshire Saxons

20-20

Nach Abpfiff sanken die Spieler*innen der Saxons auf den Rasen des Harbour Stadiums, nicht wenige weinten. Das Unentschieden gegen die Rovers bedeutete den ersten Abstieg seit mehr als 20 Jahren für das Team aus Market Rasen. „Wenn ich meine beiden Würfe reingemacht hätte, hätten wir das Spiel heute gewonnen. Ich bin untröstlich, das muss ich erst mal verarbeiten“, so ein trauriger Kicker + Passer Henry Little jr. Auch sein Vater, Trainer Henry Little, war bedient: „Bitter, ganz bitter heute! Aber wir haben uns den Abstieg nicht erst heute eingebrockt. Die Leistung in der ganzen Saison war einfach schlecht.“

Die Rovers hielten sich trotz des eigenen Einzugs in die Playoffs bedeckt beim Jubeln, um den Gästen Raum zum Trauern zu geben. „Für uns geht es ja ohnehin noch weiter, da ist das Feiern heute gar nicht so angebracht. Es ist aber ein komisches Gefühl, wenn die Saxons nächstes Jahr nicht mehr dabei sind“, erklärte Rovers-Urgestein Katinka Korasova (Keeper).

 

Cheapside Sloggers vs. Mancunian Pride

20-25

„Scheiße! Ich hab so gehofft, dass wir es noch packen, aber am Ende haben zehn Punkte gefehlt. Hätten wir heute gewonnen, wären wir noch drin. Besonders ärgerlich, dass die Locks es geschafft haben“, erklärte Sloggers-Tackle Dodger Finsbury mit Verweis auf den Derbygegner aus Wolverhampton. So aber muss Birmingham den bitteren Gang zurück in die zweite Liga antreten – als einziger der drei Aufsteiger.

Die Prides freuten sich nach dem Spiel vor allem über das Erreichen der Playoffs, auch wenn der Sieg mühselig war: „In den Playoffs müssen wir noch eine Schippe drauflegen, sonst wird das nichts. Aber erst mal tief durchatmen!“, so Summer McPride, Trainerin in Manchester.

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