Playoffs Viertelfinale: Montrose schmeißt Titelverteidiger raus!

Die Zeit des Taktierens ist  vorbei: In der Brooms’n’Joy League geht es nun in den Playoffs um alles! Und das Viertelfinale der K.O.-Runde wartete direkt mit einigen spannenden Partien auf. Nicht so allerdings bei Mancunian Pride. Die rasierten ihren Gegner überraschend eindeutig…

Ulster RC vs. Conquerers of Saint Ives

40-30

Ulster, das alles überragende Team der regulären Spielzeit aus Nordirland traf auf die Conquerers, die eine äußerst durchwachsene Saison hinter sich hatten. Doch davon wollte Trainer Athelwulf Nithercott im Vorfeld nichts wissen: „Die Playoffs sind wie ein Neustart, da geht man immer mit einer besonderen Motivation ran. Alles ist möglich!“

Und sein Team schien diese Prämisse umzusetzen: Sefi Ransome-Kuti traf gleich im ersten Angriff per Wurf für die Mannschaft aus Cornwall, ehe Kicker + Passer Benjamin Patel nachlegte.

Doch die Führung hatte nicht lange Bestand, denn Brian Ballymoney sorgte postwendend für den Ausgleich, ehe Teamkollege Miru Hapuku in Zusammenarbeit mit Kicker + Passer Ingrid Bengtsson für eine komfortable Führung von Ulster sorgte. Danach bekamen die Nordir*innen jedoch Probleme, denn die Absprachen in der Defense klappten nicht mehr so recht, weshalb die Conquerers kurz vor Schluss noch zum Ausgleich kamen.

Die Zuschauer*innen im ausverkauften Ulster Stadium hatten sich bereits auf eine Verlängerung eingestellt, da traf Ballymoney erneut und sorgte für den Einzug seines Teams ins Halbfinale. Danach kannte der Jubel bei den Gastgeber*innen keine Grenzen mehr, zusammen mit den Fans wurde ordentlich gefeiert. Ballymoney erklärte später seine Gefühlslage: „Dass es so eng wird, haben wir tatsächlich nicht gedacht. Aber das ist doch auch das Schöne am Sport: Man weiß nie, was passiert! Aber jetzt ist der nächste Schritt gemacht!“

Die Spieler*innen beim Gegner aus Saint Ives ließen zunächst die Köpfe hängen, ehe Kapitän Benjamin Patel doch noch einige Worte zum Abschluss der Saison für die Conquerers fand: „Sehr, sehr schade. Wir sind alle sehr enttäuscht, weil wir so dicht dran waren und lange mithalten konnten. Aber so ist das nun mal, wir gratulieren Ulster zum Einzug ins Halbfinale.“

 

Bath Academics vs. Mancunian Pride

5-55

Mit einem derart dominanten Auftritt der Prides hatte im Vorfeld wohl niemand gerechnet. Doch das Team aus Manchester sorgte von Beginn an für klare Verhältnisse und überrollte die Academics geradezu. „Wir wussten teilweise gar nicht, wie uns geschieht. Die Prides haben sehr aggressiv nach vorne gespielt – aber ohne dabei unfair zu werden. Sehr beeindruckend. Wir hatten keine Chance, das muss man so deutlich sagen!“, erklärte ein enttäuschter Tackle Loki Olsson von Bath nach dem Spiel.

Bei den Gästen aus Manchester freute man sich dabei über den Einzug ins Halbfinale, auch wenn es einen Wermutstropfen gab: Kicker + Passer Nauka Smirnowa tat sich sehr schwer, traf zunächst bei mehreren Versuchen überhaupt nicht. Erst ganz zum Schluss klappte es dann doch noch. „Ich hatte unter der Woche eine Erkältung und bin noch nicht wieder ganz fit. Das hat mich leider doch arg behindert. Ich hoffe, dass es nächste Woche besser geht. Zum Glück haben die anderen alle getroffen!“, so die Russin.

 

Victoria on Sea vs. Flower of Montrose

15-40

Nun steht es fest: Der ehemalige Meister RC Victoria on Sea wird seinen Titel nicht verteidigen können. Das Team von Gordon of Roxburghe schied gegen die Flowers aus. „Ich will nicht sagen, dass es mit der Unruhe der letzten Wochen zu tun hat, aber wir haben heute viele Fehler gemacht, waren sehr unkonzentriert. Das darf man sich in den Playoffs nicht erlauben. Das sind K.O.-Spiele, da geht es um alles oder nichts. Heute war es dann wohl nichts. Einfach nur ärgerlich“, schimpfte der Trainer im Anschluss.

Freude pur dagegen bei Flower of Montrose. Die Schotten, die eine weite Reise auf die Isle of Wight hinter sich hatten, wirkten von Beginn an frischer und mit mehr Zug zum Tor. Alison Deonna Hearthouse und vor allem Avery Samsonite sorgten mit ihren Treffern für den Einzug in die nächste Runde. Garniert wurde der Sieg mit einer sehr starken Leistung der Defense, die Victoria wiederholt vor große Probleme stellte. Ngunoue Maharero, Right Tackle der Flowers, war zufrieden: „Wir haben heute einen sehr guten Job gemacht, den amtierenden Meister ausgeschaltet. Ich freue mich schon auf das kommende Spiel. Wir haben einen sehr guten Zusammenhalt im Team, wollen Meister werden. Heute haben wir gezeigt, dass das in uns steckt!“

 

Kerry Celtic vs. Southampton Rovers

25-20

Ein wütender Alessandro Locatelli stapfte nach dem Ende des Spiels wortlos an den Journalist*innen vorbei in die Kabine. Zuvor hatte er den entscheidenden Wurf in der letzten Runde des Spiels neben das Tor von Celtics Keeper Barry Lodan bugsiert, der im Nachhinein die Szene erklärte: „Ich hab ihm ganz tief in die Augen geschaut, als er mit dem Ball angelaufen kam. Ich glaube, er hat sich in die Hosen gemacht!“

Das Privatduell der beiden währte bereits das ganze Spiel über. Wieder und wieder versuchte sich Locatelli am Torschuss bzw. -wurf, aber mehr als einen Wurftreffer erzielte der italienische Superstar nicht. Zum Schluss fehlte seinen Rovers genau dieser eine Treffer aus der letzten Runde, um eine Verlängerung zu erzwingen. „Ich will das jetzt nicht an diesem einen Wurf festmachen. Wir hatten genug Chancen in der Partie. Hätten wir die konsequent genutzt, wären wir nun eine Runde weiter. So aber stehen wir mit leeren Händen da. Das fühlt sich beschissen an!“, kommentierte ein angesäuerte Rovers-Trainer John Littleborough das Ausscheiden.

Sein Gegenüber, Trainer Seamus McKenna von den Celtics, war dagegen guter Dinge: „Wir haben die Nerven behalten, das war nicht immer leicht. Der Gegner hat sehr nicklig gespielt, viele kleine, versteckte Fouls. Aber wir haben uns nicht aus der Ruhe bringen lassen, auf unsere Chancen gewartet. Und sind nun belohnt worden! Das wird ein heißer Tanz nächste Woche, wenn wir auf Ulster treffen!“

 

Im Halbfinale treffen am kommenden Sonntag Ulster und Celtic im Duell der grünen Insel aufeinander, während sich die Prides und die Flowers im zweiten Spiel gegenüber stehen.

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