Der Letzte macht das Licht aus

Im letzten Spieltag vor der Sommerpause geht es in der Brooms’n’Joy League hoch her: Während fast alle Kicker & Passer Ladehemmungen entwickelt haben, duellieren sich in mehreren Abstiegsduellen die Clubs aus dem Tabellenkeller. Für wen gibt es zumindest einen Sommer lang noch Hoffnung auf einen Klassenerhalt und wer macht als Letzter das Licht aus?

Kerry Celtic vs. Southampton Rovers

20-15

Einen empfindlichen Dämpfer musste Tabellenführer Southampton Rovers hinnehmen: Gegen den Verfolger aus Irland gab es eine knappe Niederlage. Nachdem sich beide Teams mehrere Angriffsrunden lang noch beschnuppert hatten und jede Bemühung um Punkte in den Armen der Defense landete, setzte Elsie Carter-Phillips von den Rovers die erste Duftmarke per Wurftreffer. Allerdings konnte K&P Olly Hawkins nicht erhöhen, sodass es bei einer 5-Punkte-Führung blieb. Die hielt jedoch nicht lange, denn Colleen McNamara antwortete postwendend mit einem Kick über das halbe Spielfeld. Keine Chance für Defense oder Keeper, wie Rovers-Torsteherin Katinka Korasova eingestehen musste: „Das war wirklich ein Hammerschuss! Der flog wie ein Strich. Ein Bilderbuchtor!“

In der Rovers-Offense lief dagegen nicht viel zusammen. Zwar gelang Alessandro Locatelli im Schlussangriff noch ein Wurftreffer, auch Hawkins erhöhte nun per Kick5, allerdings langte das nicht mehr zum Sieg. Rovers-Trainer John Littleborough ärgerte sich kolossal darüber: „Zur Sommerpause die Tabellenführung zu verlieren, ist ärgerlich! Nun denken erst mal alle im Urlaub darüber nach, welche Fehler sie dazu beigetragen haben.“

 

Ulster RC vs. Victoria on Sea

25-5

Bei Victoria läuft es in dieser Saison alles andere als rund: Nach einem Fehlstart kam der Club von der Isle of Wight zwar besser in Tritt, allerdings schwächelte man nun kurz vor der Sommerpause erneut: „Das ist vor allem ein mentales Problem. Ich hoffe, dass wir in der Rückrunde noch mal angreifen können. Die Playoffs sind eigentlich fest eingeplant“, erklärte Managerin Allegra Bianchi nach dem Spiel. Dass sie dieses Statement überhaupt abgeben musste, hatte mit der desolaten Leistung bei der 5-25-Niederlage beim Ulster RC zu tun, die dafür sorgte, dass Victoria aktuell aus den Playoff-Plätzen rausgerutscht ist. Ein Wurftreffer von Winston-Wilbur Wilmington war zu wenig, (vor allem auch, da K&P Clement Lefèvre nicht traf), um gegen die formstarken Nordir*innen bestehen zu können, für die Miru Hapuku und Brian Ballymoney zusammen mit K&P Ingrid Bengtsson trafen.

Bei Ulster waren dagegen alle guter Laune: Right Tackle Abbie Minnagh verriet, dass die Stimmung im Team zur Zeit sehr gut ist: „Auch wenn wir nun alle ein paar Tage frei haben und Urlaub machen, haben wir schon eine große gemeinsame Party geplant. Wir verstehen uns auch privat alle super, deshalb machen wir auch so viel zusammen.“

Bath Academics vs. Flower of Montrose

5-45

Aria Pivendale bekam das Grinsen gar nicht mehr aus ihrem Gesicht: „Ich bin richtig happy! Wir haben gewonnen, sind Tabellenführer, ich habe eine gute Leistung abgeliefert und morgen geht es in den Urlaub!“ In der Tat trug sie maßgeblich zum Kantersieg der Flowers gegen Bath bei, bei denen lediglich Ratnasiri Sudu Rahim traf.

Die Flowers konnten so vor dem Start des Europapokals noch mal positive Energie tanken und das Selbstbewusstsein stärken: „Nach der Niederlage letzte Woche war die Stimmung natürlich mies. Da tut der Sieg heute richtig gut. Nun haben alle ein paar Tage frei, bevor wir uns auf die internationalen Spiele vorbereiten“, erklärte Trainer Hamish Macdonald of Clanranald die Marschroute der Schotten, die sich durchaus Chancen auf den internationalen Titel ausrechnen: „Wir sind in guter Form, haben einen guten Teamgeist. Ich denke, dass wir gut mithalten können – wenn uns das Losglück hold ist!“, so der Trainer.

 

Dunfermline Thistle vs. Maidstone Gardeners

30-5

Einen ganz wichtigen Sieg konnten die Schotten aus Dunfermline gegen den Aufsteiger aus Maidstone einfahren, denn so langsam rücken die Abstiegsplätze in weite Ferne. „Ich bin schon erleichtert. Ich weiß eigentlich, dass wir die Qualität im Kader haben, aber es kommen natürlich noch andere Faktoren dazu wie Verletzungen, aktuelle Form und mentale Stärke. Und momentan ist die vorhanden“, freute sich Rusher Kincaid Hamilton, der einmal per Kick und einmal per Wurf für seine Farben traf und erneut der Matchwinner war.

Auf der anderen Seite verzweifelte Elias Alvares Teixeira an der starken Defense von Thistle, denn er fand einfach kein Durchkommen. „Es ist zum Mäuse melken! Die waren so schnell. Können die fliegen?“, fragte der Brasilianer nach der Niederlage ratlos.

 

Mancunian Pride vs. Wolverhampton Locks

0-30

„Scheiße!!!“ Der Unmut von Colin Murphy war nicht zu überhören, als er nach Ende der Partie seinem Frust auf dem rasen freien Lauf ließ. Eine empfindliche Niederlage mussten die Prides zuvor im Abstiegsduell mit den Locks einstecken. Dabei war die Leistung der Locks alles andere als überragend – es reichte lediglich ein Thomas O’Connor in Topform, der zusammen mit K&P Hannah Leibowitz alle Punkte erzielte. Die Prides hatten dagegen große Probleme in der Defense, die Abstimmung zwischen Ebony Hernando und Kraigg Massiah stimmte mehrfach überhaupt nicht, sodass O’Connor geradezu eingeladen wurde, Punkte zu erzielen.

„Unsere Leistung heute war wirklich schlecht, die Niederlage verdient. Uns ist es bislang einfach nicht gelungen, Konstanz in unsere Spiele zu bekommen. Daran müssen wir arbeiten“, so Trainerin Summer McPride, die auch weiterhin unter Druck steht. Bislang haben sich die Vereinsverantwortlichen nicht eindeutig positioniert, ob sie auch weiterhin Trainerin bleiben darf.

Durch den Sieg stehen die Locks nur noch einen Punkt hinter den Prides in der Tabelle – ein Nichtabstiegsplatz ist damit zum Greifen nah. „Wir nehmen diesen Hoffnungsschimmer nun mit in die Pause! Alle glauben daran, dass wir die Klasse halten können, wir haben noch 13 Spiele Zeit!“, so Locks-Tackle Abraham Roy.

 

Cymru Union of Ferndale vs. Magic Carmarthen

20-30

Hoch her ging es im Vorfeld rund um das Duell der beiden Waliser Teams, deren Rivalität legendär ist. Während Union seine Wurzeln in der Arbeiterschaft und viele Exceptioner in den Reihen hat, liegen die Ursprünge von Magic in der Universität, geprägt durch die alten Familien. Früher wurde daher gerne vom „Klassenkampf“ gesprochen, auch wenn heute höchstens noch hinter vorgehaltener Hand dieser Ausdruck fällt.

Dass trotzdem noch genug Feuer in der Partie ist, stellten die Union-Fans gleich zu Anpfiff sicher und vernebelten die Tribüne mit Rauch in ihren Vereinsfarben. Magic-Rusher Sonia Sontonga schickte sich dagegen an, die Antwort auf dem Platz zu geben und setzte einen spektakulären Kickversuch an, der allerdings von der Querstange abtropfte. „Haarscharf“, bedauerte sie nach dem Spiel. „Ich wollte denen gleich zeigen, wo der Hammer hängt!“

Damit musste sie allerdings noch warten, denn zunächst war Union am Zug. Jonah Pritchard verwandelte einen durchaus haltbaren Wurftreffer gegen Keeper Sally Connor, ehe K&P Ioan Baines per Kick5 traf. Die Führung währte aber nicht lange, denn Glesni Galeforth gelang, was Sontonga vorher nicht schaffte und verwandelte ihren Kick. Da Magics K&P Haley Parker-Hall allerdings nicht traf, stand es zunächst nur Unentschieden. Aber erneut war es Galeforth, die traf, dieses Mal per Wurf – und dieses Mal auch mit Parker-Hall, doch auf der anderen Seite zog Pritchard nach und kam erneut zum Ausgleich in diesem Duell, dass lange auf Augenhöhe geführt wurde.

Und so musste es doch Sontonga richten: Im letzten Angriff des Spiels verwandelte sie einen ihrer vielen Wurfversuche und durfte sich am Ende als „Player of the Match“ bejubeln lassen, während Union dieses Mal den Kürzeren zog.

 

Conquerers of Saint Ives vs. Letterkenny Casuals

20-20

Die Casuals kommen nicht vom Fleck. Obwohl sie im Duell mit den Conquerers lange das bessere Team waren, kommt der Club von Trainer Eoin O’Hare am Ende nicht über ein Unentschieden hinaus. Damit bleibt das rettende Ufer in weiter Ferne und das Abstiegsgespenst macht es sich im Norden der irischen Republik so richtig gemütlich. „Wir waren dicht dran, heute hat uns das Quäntchen Glück gefehlt“, bedauerte Esme Wharton, deren zwei Wurftreffer lange für Hoffnung sorgten, ehe Nelly Williams doch noch zum Ausgleich punkten konnte.

Die Conquerers waren sich ihrer schlechten Leistung bewusst und hoffen auf bessere Zeiten nach der Sommerpause: „Wir hatten ein paar angeschlagene Spieler*innen. Nach ein paar Tagen Urlaub und Ruhe starten wir wieder voll durch“, versprach Kicker & Passer Benjamin Patel.

 

Durch die Niederlage sind die Rovers die Tabellenführung wieder los, mit den Flowers, Celtic und Ulster sogar gleich drei Teams an ihnen vorbeigezogen, wenn auch nur mit einem Punkt. Nun heißt es bis Ende August Sommerpause, nur für Flower of Montrose geht es früher wieder los, wenn das Team im Europapokal der acht besten Teams antritt.

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