Honour League: Zwischen Pferden, Schafen und dem ganz großen Wurf

Die Hinrunde der Saison 1988 in der Honour League ist gespielt, die Clubs in der wohl verdienten Sommerpause. Zeit genug, um zurückzublicken und eine erste Bilanz zu ziehen. Immerhin begann die Saison zunächst mit einer Verschiebung des Starts um zwei Tage, damit die Clubs an einem ganz besonderen Event teilnehmen konnten: Der Saisoneröffnung im Rahmen der Pferderennen in Ascot.

Im Rahmen ihrer Werbekampagne, um den angeschlagenen und als altmodisch verschrienen Sport Harrington Rugby zu entstauben, hatte sich der Verband etwas Besonderes einfallen lassen. Und so wurden allerhand große Namen des Sports wie Alessandro Locatelli (Southampton Rovers), Lucas May (RC Victoria on Sea) oder Magnus Thompson (Ex-Magic Carmarthen, Ex-Mercia Athletic) zusammengebracht mit bekannten Namen aus Politik und öffentlichem Leben wie Tristania Lancaster, Kenneth Peacock oder der Earl of Sunderland, die an einem der traditionsreichsten Orte des Landes ein buntes Rahmenprogramm einleiteten, ehe die Teams sich selbst auf der großen Bühne von Ascot vorstellen durften.

Die Vorstellungen reichten von hochprofessionellen Auftritten, inklusive Hochglanzmagazin des Verbandes, bis hin zu etwas peinlichen Auftritten der lokalen Farmer, bei denen man sich fragen musste, ob sie nicht auf einer Landwirtschaftsmesse besser aufgehoben wären. Dieser Trend setzte sich auch im Laufe der Saison fort, wo auf dem Rasen absolute Profiteams auf Amateure trafen, bei denen die Spieler*innen teilweise noch nie zuvor in ihrem Leben einen Rugbyball in der Hand hatten.

Nichtsdestotrotz muss man dem Verband lassen, dass sein Konzept bislang aufzugehen scheint: Die Zuschauerzahlen in der Honour League sind in der aktuellen Saison im Schnitt um 20 Prozent höher und auch beim Verkauf von Merchandise vermelden die befragten Vereine höhere Einnahmen.

Der Daily Observer möchte sich an dieser Stelle beim Präsidenten der Harrington Rugby Union (HRU), Cormac Ó Cinnéide, bedanken, der sich bereit erklärt hat, höchstselbst ein paar Zeilen zur Hinrunde der Honour League zu verfassen. Zusätzlich stellen wir im Anschluss einige ausgewählte Tonbandaufnahmen der Saisoneröffnung zur Verfügung, die uns der Verband dankenswerter Weise hat zukommen lassen:

 

Zusammenhalt – Unterhaltung – Innovation

Für diese Schlagworte steht der Harrington Rugby. Aber es liegt an uns, an allen Aktiven, sowohl auf dem Feld als auch daneben, diese Worte mit Leben zu füllen. Und zugegeben, in den letzten Jahren sind wir ein bisschen träge geworden und haben uns zu sehr auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausgeruht. Zu sehr haben wir uns auf die glorreiche Geschichte dieser Sportart verlassen, die hier auf unseren schönen Inseln ihren Ursprung nahm, ehe sie einen weltweiten Siegeszug antrat. Zu sehr auf die Erfolge der Vergangenheit, wo neben den Clubs auch die Nationalmannschaften Irlands, Schottlands, sowie von Wales und England Titel und Erfolge eingefahren haben.

Aber – und damit gebe ich den Kritiker*innen Recht – wir dürfen nicht in der Vergangenheit verharren, sondern müssen uns für die Zukunft neu aufstellen. Genau deshalb haben wir uns vor einiger Zeit mit entsprechenden Expert*innen zusammen gesetzt und an einem Konzept gearbeitet, wie man Harrington Rugby auf die nächste Stufe heben kann.

Stand zunächst unser Aushängeschild, die Brooms’n’Joy League, im Mittelpunkt, liegt in diesem Jahr lag der Fokus auf der Honour League, unser traditionsreichen zweiten Liga. Die Hinrunde ist nun gespielt und ich möchte die Gelegenheit nutzen, einen kleinen Rückblick zu wagen.

Los ging es mit einem ganz besonderen Event: Die Teams der Honour League durften sich am Rande der Pferderennen in Ascot vorstellen. Starts von heute, Stars von morgen, Stars zum Anfassen! Flankiert von unseren Ehrengästen, die in spannenden Ansprachen ganz unterschiedlichen Aspekte unseres Sports beleuchteten, haben sich die Teams alle auf ihre ganz eigene Art und Weise vorgestellt und Werbung für unseren Sport gemacht. Da war wirklich alles dabei, über Vorführungen von Taktik und Spielzügen, über das Verteilen von Buttons und Flyern bis hin zum Streicheln des mitgebrachten Maskottchens. Und wer hätte bislang gedacht, dass Schafe soviel mit Rugby zu tun haben?

Ein ganz besonderes Erlebnis waren auch die Motto-Partys am Abend, wo die Auszeichnung für die beste Party an die Cheapside Sloggers mit ihrem Thema “Ladies, Gentlemen und Ganoven“ ging. Die Veranstaltung war wirklich ein würdiger Auftakt in die Hinrunde 1988, deren Start extra um zwei Tage nach hinten verschoben wurde. Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals bei allen Beteiligten für ihr Engagement diesbezüglich bedanken!

Aber auch sportlich wusste die Honour League im Anschluss zu überzeugen: Teams wie die Lincolnshire Saxons oder die London Foreigners wurden ihrer Favoritenrolle gerecht und spielen um den Aufstieg. Aber es gab auch Überraschungen, sowohl positiv wie negativ. In Mercia dürfte man mit dem bisherigen Abschneiden sicherlich nicht zufrieden sein, auch der bisher als Ausbildungsclub für große Stars bekannte Pittenweem RC spielt bislang unter seinen Möglichkeiten. Freude dürfte dagegen im neu gegründeten Team der Harrington Harriers herrschen, das gerade zum Ende der Hinrunde richtig in Schwung kam und das Feld von hinten aufrollte.

Und das Schöne ist: Es ist ja noch nicht vorbei! Auch in der Rückrunde, die ab Ende August startet, erwarten uns wieder packende Duelle, enge Spiele, und eine begeisternde Atmosphäre in den Stadien. Es liegt an uns allen – auch an den Fans – dafür zu sorgen, dass die Saison 1988 als eine ganze besondere in die Annalen eingeht.

Gemeinsam für den Harrington Rugby – packen wir es an!

Ihr und Euer

Cormac Ó Cinnéide

 

Audio:

Saisoneröffnung Honour League, Teil 1

Saisoneröffnung Honour League, Teil 2

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