Dominiert Irland die Liga?

Kann man von einer Wachablösung sprechen? Während sich die englische Nationalmannschaft schon bei der letzten WM schwer tat, zeigten die Ir*innen mit ihrem damaligen Youngster Fynn Little, dass die Jugendarbeit auf der Nachbarinsel ganz hervorragend läuft. Wenige Monate später macht auch der Blick auf die Tabelle der Brooms’n’Joy League deutlich, dass der Rugby von der grünen Insel auf die Überholspur eingebogen ist: Drei der ersten vier Plätze werden aktuell von Teams aus Irland eingenommen, während sich die englischen Traditionsteams unten in der Tabelle wiederfinden.

Mancunian Pride vs. Flower of Montrose

20:20

Es war ein zäher Beginn im North Star Stadium in Manchester beim Aufeinandertreffen der heimischen Prides mit den Gästen aus Schottland. Ganze vier Runden brauchten die beiden Offenses, bis es endlich im Kasten klingelte – und prompt gingen die Flowers durch Avery Samsonite in Führung. Den drei Rushern der Schotten, die aufgrund ihrer Vornamen, die alle mit einem A beginnen, auch „Triple A“ genannt werden, war es in dieser Saison noch gar nicht gelungen, gemeinsam in einem Spiel zu punkten. Umso mehr freuten sich die Fans, als als nächstes Alvaro Babelli traf. Fehlte also nur noch Alison Deanna Hearthouse, die allerdings mehrfach von den beiden Tackles der Prides umgeräumt wurde und punktlos blieb. „Schade, ich hätte gerne auch mal wieder getroffen, aber heute war einfach nichts zu machen“, so Hearthouse im Anschluss.

Dass die Prides zu Punkten kamen, hatten sie einmal mehr Colin Murphy zu verdanken. Der redselige Jungstar sorgte mit seinem Kick, der anschließend von Nauka Smirnova veredelt wurde, für die einzigen Punkte der Gastgeber, gab sich ansonsten aber ungewohnt zugeknöpft. „Nein, ich möchte heute gar nichts sagen, sonst wird es teuer“, waren die einzigen Worte, die ihm zu entlocken waren, bevor er in der Kabine verschwand. Seine Trainerin Summer McPride bestätigte auf Anfrage, dass der Verband ein Machtwort gesprochen und Murphy nahegelegt hatte, sich nicht erneut politisch zu äußern. Ansonsten hätte ihn eine empfindliche Strafe getroffen. Verbandspressesprecherin Tiffany Jones: „Wir haben mehrfach klar gemacht, dass Sport und Politik nichts miteinander zu tun haben. Wir wollen uns künftig wieder auf Rugby konzentrieren!“

 

Bath Academics vs. Victoria on Sea

40:0

Eine sehr eindeutige Partie erlebten die Zuschauer*innen im Avon’s Arc in Bath. „Ich kann mir diese Leistung nicht erklären. Offense und Defense haben gleichermaßen versagt, das Spiel war eines Meister wirklich unwürdig! Nächste Woche greifen wir wieder oben an!“, versuchte sich Gordon of Roxburghe, Trainer von Victoria, die am Sonntag punktlos bei den Academics baden gegangen waren.

Die Gastgeber freuten sich dagegen über einen einfachen Sieg: Zunächst zeigten die Pickering-Schwestern, dass sie sich nicht nur abseits des Platzes hervorragend verstehen, bevor Ratnasiri Sudu Rahim (Sri Lanka) und Colleen McNamara den Sack zumachten. Trainer Paul Ethan Burberry war zufrieden: „Das war eine mannschaftlich geschlossene Leistung. Auch unsere Defense hat hinten endlich mal alles dicht gemacht und alles abgeräumt, was ihnen vor die die Füße gekommen ist. In der Vergangenheit haben wir selbst bei einem Sieg noch zu oft Punkte des Gegners zugelassen.“

 

Dunfermline Thistle vs. Letterkenny Casuals

15:40

Dunfermline Thistle hat auch weiterhin kein Glück. Obwohl die Schotten zunächst durch Issa Hagezy und Kicker + Passer Florian Richter in Führung gegangen waren, spielte danach fast nur noch Letterkenny. Bei den Ir*innen durfte jede*r mal ran: Zunächst legte Olufemi Abdulkareem mit einem Kick vor, deren Ausbeute Omagh O’Sullivan verdoppelte. Auch Roisin Byrne war gegen Ende der Partie per Fuß erfolgreich, da konnten die 5 Wurfpunkte für Thistle auch nichts mehr retten.

„Wir stehen unten drin, die Spieler*innen sind nicht frei im Kopf. Das merkt man leider an allen Ecken und Enden. Sie sind total verunsichert. Ich bin die meiste Zeit der Woche damit beschäftigt, ihnen Selbstvertrauen einzuflößen“, so Thistle-Trainer Donall MacHughie, der trotz des vorletzten Tabellenplatzes weiterhin das Vertrauen von Vorstand und Management besitzt.

Die Casuals sind dagegen weiter obenauf und untermauern mit ihrer Leistung den 3. Tabellenplatz. Omagh O’Sullivan: „Die Mannschaft ist jung und engagiert. An so Tagen wie heute kann man die Energie förmlich spüren. Spannend wird es, wenn es mal nicht so läuft, denn dann zeigt sich der wahre Charakter der Mannschaft“, so der erfahrene Kicker + Passer von den Casuals.

 

Kerry Celtic vs. Cheapside Sloggers

30:25

Keine Zeit zum Durchatmen blieb den Zuschauer*innen zu Beginn der Partie zwischen Celtic und den Sloggers. Die beiden Offenses brillierten mit hervorragenden Zuspielen und sauber ausgeführten Würfen und Kicks, die den jeweiligen Keepern keine Chance zur Abwehr ließen. Vor allem Liam Barrex‘ Schuss zur 30:20-Führung war ein Bilderbuchtreffer für den Harrington Rugby und wurde entsprechend mit Applaus bedacht. Danach verflachte die Partie allerdings zusehends und beide Mannschaften mussten dem hohen Anfangstempo Tribut zollen. Erst in der letzten Runde hatte es Sloggers-KP Mick Fletcher in der Hand, zumindest noch zu einem Unentschieden auszugleichen, aber sein Wurf wurde vom starken Celtics-Keeper Barry Lodan gehalten. „Ich bin unendlich traurig. Das war ein großartiges Match, aber wir hätten auch Punkte verdient. Nun stehen wir mit leeren Händen da“, war Fletcher untröstlich.

Der als Spaßvogel bekannte Barrex kommentierte seinen Kunstschuss lapidar mit den Worten: „Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn!“

 

Magic Carmarthen vs. Ulster RC

20:30

Am Ende dieses enges Matches mussten sich die Spielerinnen von Magic dem Team aus Ulster, das seinen 4. Tabellenrang verteidigen konnte, knapp geschlagen geben. Damit stehen sie auch weiterhin nur knapp vor einem Abstiegsplatz. Vor allem Left Tackle Keket Salah machte sich Vorwürfe: „Unsere Defensearbeit war heute nicht sehr gut. Wir hatten ein, zwei Mal Abspracheprobleme und sind dann immer einen Schritt zu spät gekommen. Dann verlierst du so eine Partie natürlich. Das sollte einfach nicht passieren!“ Ihr Trainer Magnus Thompson sah die Fehler allerdings eher in der schlampigen Arbeit der Offense: „Die Absprachen zwischen Rusher und KP haben nicht gepasst. Wenn du den Laufweg nicht kennst und den falschen Spielzug ansagst, dann ist da niemand mehr, der den Ball fangen kann.“

Ulster-Trainer Adam Applerose warf einen Blick in die Zukunft: „Ob wir nun auf Platz 4 oder 6 stehen, ist mir momentan total egal Wichtig ist, dass wir am Ende der Saison in den Playoffs landen. Sonst war das alles umsonst!“

 

Lincolnshire Saxons vs. Conquerers of Saint Ives

10:25

Den Conquerers reichte am Sonntag einmal mehr eine durchschnittliche Leistung, um einen weiteren Sieg gegen streckenweise überforderte Saxons einzufahren. Right Rusher Nelly Williams und KP Benjamin Patel sorgten mit ihrem ordentlich ausgeführten Angriff für die Punkte, zu denen nur noch ein weiterer Wurftreffer von Superstar Schelju Naidenov dazu kam. Naidenov fiel bereits vor der Partie auf, da er heute seine neuen Rastalocken erstmals zur Schau trug. „Ich finde die Locken toll, immer ist was in Bewegung und wenn ich meinen Kopf schnell drehe, kann ich damit auch zuschlagen“, gab Naidenov hinterher mit einem Augenzwinkern zu Protokoll.

Unterdessen wird die Luft für die Saxons dünner, die einfach nicht von ihrem vorletzten Tabellenplatz wegkommen. „Ich bin ehrlich gesagt etwas ratlos. Vielleicht muss hier wirklich mal eine Veränderung rein!“, zuckte Trainer Henry Little mit den Schultern. Davon wollte Präsident Leopold of Rochester jedoch nichts wissen. „Papperlapapp! Dass immer sofort die Trainer*innen in Frage gestellt werden, wenn es mal nicht läuft, ist eine Unart, die aus der Ersten Welt übernommen wurde! Wer steht denn auf dem Platz?!“

 

Wolverhampton Locks vs. Southampton Rovers

15:0

Auch im zweiten Spiel für die Southampton Rovers konnte Rugby-Superstar Alessandro Locatelli keine Punkte einfahren. Den Frust merkte man den Italiener nach der Partie deutlich an, als er sich weigerte Interviews zu geben und stattdessen in der Kabine verschwand. Anders seine Kollegin Elsie Carter-Phillips: „Letztlich ist es egal, wer von uns trifft, Hauptsache, es trifft jemand.“ Und das Bei den Locks zeigte vor allem Thomas O’Connor in welch guter Form er derzeit ist und besorgte die Punkte fast im Alleingang. Angesprochen auf eine mögliche Berufung in die englische Nationalmannschaft, wurde er zurückhaltend: „Das habe ja nicht ich zu entscheiden. Ich liefere nur meine Leistung ab. Und dann sehen wir mal weiter.“

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