Wilder Ritt in Wolverhampton!

Während die Conquerers und die Flowers nicht über eine uninspirierte Nullnummer hinweg kamen, duellierten sich die Wolverhampton Locks und der RC Victoria on Sea in einem hochklassigen und spannenden Duell bis zur letzten Sekunde um die vorderen Tabellenplätze. Davon unbeeindruckt gab sich der Ulster RC, der nach dem Ausrutscher der letzten Woche zurück in der Erfolgsspur ist.

Lincolnshire Saxons vs. Magic Carmarthen

20-5

„Dass wir nun doch wieder da unten reingerutscht sind, haben wir ganz alleine uns selbst zuzuschreiben“, gab eine geknickte Hailey Parker-Hall nach dem Spiel zu Protokoll. „Wir haben herausragende Spielerinnen im Kader, aber auf dem Feld harmonieren wir einfach nicht.“ Der Kicker + Passer von Magic Carmarthen kam in diesem Spiel überhaupt nicht zum Zug, die einzige Möglichkeit, selbst Punkte zu erzielen, vergab Parker-Hall in der ersten Runde nach einem Wurftreffer von Sonia Sontaga. Es sollten die einzigen Punkte für die Damen aus Wales bleiben.

Der Gegner aus Lincolnshire riss zwar ebenfalls keine Bäume aus, nutzte aber eine der wenigen Chancen für einen Kicktreffer durch Shonda DuVernay und dem Nachschlag durch Kicker + Passer Henry Little jr. Aria Pivendale vergab in der letzten Runde die Chance, die Führung auszubauen, ihr Wurf landete stattdessen in den Armen von Sally Connor im Tor von Carmarthen. „Wir haben nicht gut gespielt, aber am Ende hat es gereicht. Das ist das einzige, was zählt. Nach mehr fragt in einer Woche schon niemand mehr“, so Pivendale.

 

Letterkenny Casuals vs. Southampton Rovers

20-40

Nach Abpfiff sank Elsie Carter-Phillips erschöpft auf den Rasen des Swilly Stadiums und blieb einige Minuten nach Luft ringend liegen, bevor ihre Teamkolleg*innen sie zum Feiern in die Fankurve hievten. Der Sieg der Rovers bei den Casuals aus Irland war ein hartes Stück Arbeit – die Carter-Phillips zusammen mit Kicker + Passer Kippie Makepa weitgehend alleine erledigte. „Sie ist völlig zurecht Player of the Match geworden, ein Wahnsinn, was sie heute gelaufen ist!“, so Makepa. Einzig Alessandro Locatelli hatte in der letzten Runde noch eine Chance für die Rovers, setzte aber seinen Kick drei Meter neben das Tor. Durch den Sieg haben die Rovers die Abstiegsränge verlassen, auch wenn es zum Durchatmen noch zu früh ist.

Eng wird es dagegen nun für die Casuals, die mit 19 Punkten jetzt einen Platz hinter den Rovers in der Tabelle stehen. „Es war ein offenes Duell, leider mit dem schlechteren Ende für uns. Aber wir sind Aufsteiger und haben uns vor der Saison keine Illusionen gemacht. Wenn wir am Ende knapp drin bleiben, haben wir alles erreicht“, so Roisin Byrne, Center Rusher von Letterkenny.

 

Dunfermline Thistle vs. Ulster RC

25-30

In der letzten Woche ließ sich Tabellenführer Ulster noch von den abstiegsgefährdeten Saxons düpieren, dieses Mal war das Team von Trainer Adam Applerose von Beginn an hellwach. Rene Stochz sorgte mit seinem Kicktreffer, der von Kicker + Passer Ingrid Bengtsson noch veredelt wurde, für die ersten Punkte der Partie. Allerdings wollte sich Thistle zumindest nicht kampflos seinem Schicksal ergeben und traf in Person von Issa Hegazy ebenfalls schnell per Kick.

In der nun folgenden Phase der Partie duellierten sich beide Teams auf Augenhöhe, allerdings versagten Florian Richter, Kicker + Passer bei Dunfermline, mehrfach die Nerven, als er die erzielten Punkte verdoppeln sollte. „Ich weiß gar nicht, was das war. Vielleicht hatte ich die Tabellensituation zu sehr im Hinterkopf, aber mir war jedes Mal flau im Magen, wenn ich angetreten bin. Sowas darf mir als Profi nicht passieren. Ich bin untröstlich“, so der Deutsche, der gleich zwei Mal vom Punkt vergab.

„Das ist natürlich bitte und tut mit leid für Florian. Aber solche Tage gibt es“, nahm Ulsters Rene Stochz seinen Landsmann in Schutz. „Für uns war das natürlich gut, wir bleiben ganz oben!“

 

Wolverhampton Locks vs. Victoria on Sea

40-50

Damit hatte der RC Victoria on Sea sicher nicht gerechnet: Während der erste eigene Angriff noch vorbei ging, setzte Aufsteiger Wolverhampton gleich mit einem doppelten Kicktreffer ein Ausrufezeichen. Es begann ein offener Schlagabtausch auf höchstem Niveau, der die Zuschauer*innen zu Begeisterungsstürmen verleitete, die immer wieder von Rauch und Böllern untermalt wurden.

Während Bertie Carrington für Victoria per Wurf und Kick erfolgreich war, hielten Rebecca-Isobel Furneaux-Smith und Kicker + Passer Hannah Leibowitz die Locks erfolgreich in der Partie. Erst gegen Ende mussten die Teams dem hohen Tempo Tribut zollen und Wolverhamptons Left Tackle Kulwinder Mahal kam einen Schritt gegen Winston-Wilbur Wilmington zu spät, der zum Siegtreffer einschieben konnte. „Wow, so ein Spiel erlebt man nicht alle Tage. Zum Glück, muss ich sagen, denn das war sehr kräftezehrend! Aber großes Lob an Wolverhampton, das war großes Kino!“, lobte Victorias Trainer Gordon of Roxburghe seinen Kontrahenten.

Furneaux-Smith ärgerte sich über eine vergebene Chance kurz vor der Pause: „Wenn der Wurf drinnen gewesen wäre, wären wir am Ende mit einem Unentschieden herausgegangen. Das wäre gerecht. So stehen wir aber mit leeren Händen da. Sehr enttäuschend!“

 

Mancunian Pride vs. Kerry Celtic

35-15

Nein, es war nicht der Tag der Kicker + Passer! Während Celtics-KP Jehan Rahim immerhin nur ein Mal vom Punkt aus nicht traf, versagten Prides-KP Nauka Smirnowa ganze drei Mal vom Punkt aus die Nerven. „So ein schlechtes Spiel habe ich seit der Jugend nicht mehr geliefert. Ich möchte mich in aller Form bei den Fans und meinem Club entschuldigen. Das wird nicht wieder verkommen“, so die Russin im Nachgang. Dass die Prides am Ende doch noch jubeln konnten, hatten sie vor allem Badou Saneh zu verdanken, der alleine drei Wurftreffer erzielte.

Auf der anderen Seite haderte Celtics-Trainer Seamus McKenna mit der Leistung seines Teams: „Wir haben unter der Woche schon Probleme beim Training gehabt. Die Spieler*innen sind offenbar im Kopf blockiert. Leider ist es mir nicht gelungen, diese Blockade zu lösen. Ich muss schauen, dass wir das bis nächste Woche hinbekommen.“

 

Bath Academics vs. Cheapside Sloggers

20-30

In einer Partie, die von den beiden Defenses dominiert wurde, setzten sich am Ende die Gäste von den Sloggers durch, da Esme Wharton einmal zu oft durchbrechen konnte. „Sie ist so schnell auf den Beinen, da muss man höllisch aufpassen“, so Academics-Tackle Roberto Gómez. „Das ist leider nicht jedes Mal gelungen.“ Auch in der Offense harkte es bei Bath. Mehrfach waren die Zuspiele von Kicker + Passer Laryn Hale Pickering zu ungenau und erreichten die Rusher nicht.

Damit hatte Mick Fletcher auf der anderen Seite keine Probleme – mit seiner Quote vom Punkt aber schon: „Ich hätte die Spannung aus diesem Spiel frühzeitig rausnehmen können, wenn ich beim zweiten Kick auch getroffen hätte. Aber so mussten wir bis zum Schluss zittern“, so der Kicker + Passer der Cheapside. „Unsere Chancenverwertung war alles andere als gut. Ruckzuck verlierst du so ein Spiel dann. Das müssen wir abstellen“, pflichtete seine Trainerin Winifred Catfish ihm bei.

 

Conquerers of Saint Ives vs. Flower of Montrose

0-0

„Wir tun einfach alle so, als hätte es dieses Spiel heute gar nicht gegeben“, lautete das ernüchterte Fazit von Montrose-Trainer Hamish Macdonald of Clanranald. In der Tat wartete das Spiel der Conquerers gegen Flower of Montrose nicht mit vielen erinnerungswürdigen Momenten auf.

„Beide Defenses haben alles gegeben. Die Null steht, ich sehe das natürlich positiv. Für alles andere bin ich nicht zuständig“, gab ein angefressener Conquerers-Keeper Henry Matthews zu Protokoll. Seine Offense generierte nämlich Chancen am laufenden Band, genutzt wurde allerdings keine davon. „Es war wie verhext. Das Tor war vernagelt!“, so Center Rusher Sefi Ransome-Kuti.

Noch schwerer tat sich aber die Offense der Flowers, die im ganzen Spiel nicht ein einziges Mal auf das gegnerische Tor schoss oder warf. „Ich bin erschüttert! Er-schüt-tert!“, tobte Flowers-Präsident William Samsonite auf der Tribüne. „Wo war ‚Triple A‘ denn heute? Heute war wohl eher ‚Triple N‘ angesagt: Nothing, Nada, nichts!“ [Anmerkung d. Red.: ‚Triple A‘ ist der Spitzname der Flowers-Offense, deren Vornamen alle mit A beginnen].

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