Auferstanden von den Toten!

Nach den desolaten Vorstellungen der letzten Wochen, inklusive des Abrutschens auf den letzten Tabellenplatz, brannte unter der Woche bei Magic Carmarthen der Baum. Eine allerletzte Chance für so einige in Team und Umfeld, so hieß es vor der Partie gegen die Bath Academics. Was dann geschah, war der Stoff für die Geschichtsbücher…

Letterkenny Casuals vs. Ulster RC

30-30

Dass sich der nordirische Club Ulster und die irischen Casuals nicht sonderlich gut leiden können, ist mittlerweile auch beim Verband angekommen, weshalb dieser im Vorfeld zu besonderen Maßnahmen griff und sich sämtliche Kontaktdaten der Zuschauer*innen geben ließ. Wie aus dem Umfeld der beiden Clubs verlautbart wurde, fand das nicht jede*r gut und blieb der Partie deshalb fern, weshalb doch einige Sitze bei diesem Derby frei blieben.

Das tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch, denn nachdem Tabellenführer Ulster zu Beginn der Partie doch recht deutlich in Führung lag, gelang den Gastgeber*innen unter der Führung von Olufemi Abdulkareem und Kicker + Passer Omagh O’Sullivan eine Aufholjagd, die in einem respektablen Unentschieden endete.

Nach dem Spiel wurde auch der bei den Heimfans eigentlich recht unbeliebte O’Sullivan gefeiert, hatte er gegen sein Ex-Team doch maßgeblich zu diesem Punkterfolg beigetragen. „Ich spiele jetzt für die Casuals, ich lebe für die Casuals. Natürlich bin ich noch mit dem ein oder anderen Kollegen aus Ulster befreundet, aber das endet auf dem Platz. Ich denke, das ist heute deutlich geworden!“, so der Kicker + Passer nach der Partie.

Trotz des Unentschiedens kann sich Ulster an der Tabellenspitze behaupten, allerdings ist der Vorsprung auf nunmehr drei Punkte geschrumpft. „Die Atmosphäre im Derby ist immer etwas besonderes, das hat man heute wieder gemerkt. Ich will das politische Fass jetzt nicht aufmachen; es gab aus sportlicher Sicht einiges, was mir nicht gefallen hat und woran wir arbeiten müssen“, so Ulster-Trainer Adam Applerose.

 

Dunfermline Thistle vs. Kerry Celtic

30-35

Einmal mehr sorgte Patrick O’Shea im Trikot der Celtics für die ersten Punkte seines Teams – zunächst per Wurf, dann per Kick. Allerdings ließen sich die abstiegsbedrohten Spieler*innen von Thistle davon nur kurz beeindrucken, bevor sie eine Aufholjagd starteten, die erst in der letzten Runde abrupt beendet wurde: Issa Hegazy hieß der Unglücksvogel von Dunfermline, der seine Wurfmöglichkeit aus aussichtsreicher Position auf der linken Seite unglücklich verzog und so die Chance auf ein Unentschieden verhinderte. „Ich bin untröstlich. Den hätte ich machen müssen, ich hätte den Keeper auf dem falschen Fuß erwischt. Sehr ärgerlich! Wir hätten eine Punkteteilung verdient!“, so Hegazy.

Auf der anderen Seite war man sich bewusst, dass nur viel Glück die drei Punkte gerettet hatte: „Ich konnte O’Shea nicht festhalten, dabei hatte ich ihn eigentlich sicher. Er hätte niemals mehr zum Wurf kommen dürfen. Da haben wir echt Schwein gehabt!“, so Bronwen Salmar, Right Tackle von Kerry.

 

Flower of Montrose vs. Southampton Rovers

20-20

Auch nach der Partie war Alessandro Locatelli von den Rovers nicht zu beruhigen: Erst schimpfte und fluchte er auf Italienisch auf dem Rasen vor sich, dann auf Englisch in die Mikrofone der Reporter*innen: „Alles Amateure hier! Wir hätten gewinnen müssen! Der Schiedsrichter ist Schuld. Und warum stellt der Trainer immer die gleichen Leute auf, die nichts bringen?! Merda!“ Dabei war auch der Superstar selbst nicht ganz unschuldig an der Punkteteilung, versemmelte er doch mindestens drei aussichtsreiche Chancen höchstpersönlich. „Ich werde das intern mit Alessandro klären. Das gehört nicht in die Öffentlichkeit!“, so ein sichtlich angefressener Rovers-Trainer John Littleborough.

Alvaro Babelli, Center Rusher bei Montrose, konnte sich dagegen ein Grinsen nach dem Spiel nicht verkneifen: „Geld allein macht eben auch keine Punkte. Auf so ein Tamtam, was der da immer veranstaltet, hab ich gar keinen Bock. Ich geh lieber mit meinem Team nach dem Spiel mal gemütlich im Pub ein Bierchen trinken. Er dagegen muss erst mal ein Fünf-Sterne-Lokal dafür finden!“

 

Mancunian Pride vs. Victoria on Sea

10-20

„Wir haben den Beginn der Partie einfach komplett verschlafen und mussten dann die ganze Zeit einem Rückstand hinterherhecheln. Kein Wunder, wenn man dann am Ende verliert“, maulte Tackle Ebony Hernando von den Prides nach der Niederlage gegen Victoria.

In der Tat nutzten die Gäste gleich den ersten Angriff in der ersten Runde, als Bertie Carrington per Fuß traf. Allerdings verpasst es Kicker + Passer Clement Lefèvre, die Punkte zu verdoppeln. Wie auch zwei Runden später, als Lucas May zum ersten Mal in einem Pflichtspiel für Victoria traf. Der junge Londoner erzielte ebenfalls mit dem Fuß die Punkte und freute sich sehr im Anschluss: „Heute hat alles gepasst. Ich bin sehr glücklich, dass ich meinem Team zum Sieg verhelfen konnte!“

Für die Prides trafen Rusher Marcus Gore und Kicker + Passer Nauka Smirnova, die wohl größte Chance des Spiels ließ dagegen Colin Murphy liegen, dem es nicht gelang, seinen Wurf im leeren Tor unterzubringen.

 

Conquerers of Saint Ives vs. Cheapside Sloggers

35-10

Die Gäste von den Cheapside Sloggers fanden zu keinem Zeitpunkt wirklich ins Spiel bei den Conquerers, die schnell mit 35-0 in Führung gingen. Erst kurz vor Ende gelang Esme Wharton noch der Ehrentreffer für ihre Mannschaft, aber freuen konnte sie sich natürlich nicht: „Wenn man verliert, sind die eigenen Punkte egal.“ „Die Niederlage muss die Defense auf ihre Kappe nehmen, das war einfach mal nix heute!“, urteilte auch Sloggers-Trainerin Winifred Catfish.

Henry Matthews, Keeper der Conquerers, fand trotz des Sieges auch selbstkritische Worte: „Es hätte zu Null ausgehen müssen. Ich hatte den Ball eigentlich schon sicher in der Hand, doch dann ist er mir rausgerutscht. Ärgerlich!“

 

Lincolnshire Saxons vs. Wolverhampton Locks

30-25

Trotz langer Führung langte es am Ende nicht für einen Sieg der Wolverhampton Locks. Das lag unter anderem daran, dass Kicker + Passer Hannah Leibowitz zwei Mal die Punkte nicht verdoppeln konnte, zum anderen an der schwachen Vorstellung der Defense, der es zum Ende des Spiel nicht mehr gelang, die quirligen Rusher der Saxons im Griff zu behalten.

Vor allem Shonda DuVernay und Aria Pivendale nutzten die sich dadurch bietenden Chancen eiskalt aus und drehten die Partie zugunsten der Saxons. Trainer Henry Little war zufrieden: „Klar, es gibt immer was zu meckern, aber am Ende lagen wir knapp vorn. Das reicht mir erst mal.“

 

Bath Academics vs. Magic Carmarthen

0-70

Dass es ungemütliche Tage in Carmarthen werden würden, war schon am vorletzten Sonntag abzusehen, wo Präsident Lislebone Long nach einer weiteren Niederlage und dem Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz auf der Tribüne lautstark getobt hatte. So sollte nicht nur Trainer Magnus Thompson die Waliserinnen verlassen, sondern auch einige Spielerinnen ausgetauscht werden. Doch Thompson stellte einmal mehr unter Beweis, dass er seinen Spitznamen „The Gambler“ nicht zu Unrecht trägt und handelte eine allerletzte Chance heraus. Insider berichten, dass er angeboten hat, auf seine Abfindung zu verzichten, wenn er noch eine letzte Partie lang auf der Bank für Magic sitzen dürfte.

Und so kamen die Spielerinnen hochmotiviert aus der Kabine in Bath und zeigten, was offenbar wirklich in ihnen steckt. Sonia Sontonga, ebenfalls auf der Abschussliste des Präsidenten, sorgte mit ihrem Kicktreffer für einen perfekten Auftakt. Die Hausherren von Bath fanden kaum ins Spiel und wenn, dann verhinderte eine starke Defense von Magic den Punkteerfolg. Sontonga legte vorne weitere Punkte nach, wurde aber noch von Teamkollegin Hailey Parker-Hall in den Schatten gestellt, die sagenhafte drei Kicktreffer erzielen konnte. „Einer für alle und alle für einen“, schallte es nach Abpfiff aus dem Kreis der jubelnden Waliserinnen, während das Team von Bath gedemütigt in die Kabine schlich.

„Wir wurden heute teilweise richtig vorgeführt! Das zeigt einmal mehr, dass Gegner*innen, die in eine Ecke gedrängt sind, besonders gefährlich sind“, gab Paul Ethan Burberry, Trainer von den Academics, zu Protokoll.

Zwar steht Magic nach dem Sieg noch immer auf dem letzten Tabellenplatz, allerdings sind es bis Platz 8 – und damit in die Playoffs – nur vier Punkte. Machbar, wenn die Leistung von Sonntag erneut abgerufen werden kann.

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